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Brasilien erleben
Das fünftgrößte Land der Erde mit zwei der größten Städte der Welt. Drei Zeit- und Klimazonen kann ein Reisender durchqueren und ganz Europa hätte darin Platz. Mit über 186 Millionen Einwohnern ist Brasilien das bevölkerungsreichste Land Südamerikas, in dem alle Rassen dieser Welt leben und sich bunt vermischten. Brasilien ist aber auch das Land des Karnevals, der Fußballzauberer, der Naturparadiese, der hochindustriellen Zentren und der indigenen Bevölkerung, welche teilweise noch steinzeitähnlich im größten geschlossenen Regenwaldgebiet der Erde leben.
Aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen kann man nach Brasilien das ganze Jahr über reisen. Das Land verfügt über vielfältige Sehenswürdigkeiten: den Zuckerhut in Rio de Janeiro, die Wasserfälle von Iguaçu, die Naturschutzparks in Pantanal, Salvador de Bahia, genannt das „schwarze Rom“ oder das Amazonasgebiet. Das Fantastische aber an Brasilien sind die Menschen mit ihrem bewundernswerten Lebensmut und ihrer Lebenslust im schwierigen Überlebenskampf. Ihre Musikalität, Begeisterungsfähigkeit oder ihr Spieltrieb fallen fast allen Reisenden in Brasilien auf, zudem die Leichtigkeit, miteinander in Kontakt zu treten, Gefühle zu zeigen, oder auch mal sentimental zu sein.
Brasilien Informationen
Geschichte/Politik
Bis ca. 8.000 v. Chr. lassen sich menschliche Spuren in Brasilien zurückverfolgen. Der erste Europäer, der seinen Fuß auf brasilianischen Boden setzte, war der Portugiese Pedro Alvares Cabral. Im Jahre 1500 hisste er bei Porto Seguro die Flagge seines Heimatlandes, seither ist Portugiesisch Landessprache in Brasilien. Mehrere Versuche anderer europäischer Staaten, sich in Brasilien festzusetzen, schlugen fehl. 1763 wurde Bahia, das seit 1541 Hauptstadt Brasiliens war, von Rio de Janeiro abgelöst, das seit 1808 (bis 1820) auch Regierungssitz des von Napoleon vertriebenen portugiesischen Königs Johannes VI war. 1821 überließ der König seinem Sohn, Pedro I, die Macht in Brasilien und kehrte in die Heimat zurück. Als Pedro sich weigerte, seinem Vater zu folgen, war damit praktisch die Unabhängigkeit Brasiliens erklärt. Es folgten 67 Jahre einer sehr beständigen Monarchie, deren Niedergang erst mit der Abschaffung der Sklaverei 1888 begann. 1889 stürzte das Militär Pedro II. Marschall de Fonseca wurde der erste Staatspräsident. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem sich Brasilien seit 1917 gegen Deutschland beteiligte, kam es wegen schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse zu Unruhen. Als 1930 die Preise für Kaffee, Brasiliens Hauptexportgut, stark fielen, wurde die Regierung durch einen Militärputsch gestürzt. Nach der Alleinherrschaft von G. Vargas folgten 18 Jahre beständigen wirtschaftlichen Wachstums. Ende der 50er Jahre wurde die neue Hauptstadt Brasilia gebaut. Anfang der 60er Jahre geriet die Regierung angesichts massiver Forderungen nach sozialem Wandel in Bedrängnis. Die Antwort war 1964 ein Militärputsch der Offiziere. 1985 fanden nach 21-jähriger diktatorischer Herrschaft erstmals wieder freie Präsidentschaftswahlen statt. Die enormen natürlichen Ressourcen, über die Brasilien verfügt, sichern einerseits die Zukunft des Landes, stellen aber auch eine große Verantwortung gegenüber der Umwelt dar. Besonders bedroht ist der Regenwald im Amazonasgebiet, wo Bergwerksgesellschaften, Goldsucher, Rancher, Zellstofffabriken und Roheisenwerke die Natur bereits massiv zerstört haben.
Wirtschaft
Wirtschaftlich hat das moderne Brasilien Schwierigkeiten. Zwar besitzt es reiche Bodenschätze - von Eisenerz bis Gold - , aber sie werden nicht planmäßig abgebaut. Im Maschinenbau wird brasilianische Qualitätsarbeit geschätzt. Inzwischen gehört das Land zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt. Dennoch fehlt es ständig an Geld, die Löhne sind gering und die Inflationsraten hoch. Brasilien ist nach wie vor ein riesiges landwirtschaftlich genutztes Gebiet. In der Produktion von Kaffee liegt es weit vorn, auch Kakao und Zuckerrohr bringen Geld ins Land, wobei aus dem Zuckerrohr neuerdings sogar alkoholreicher Treibstoff gewonnen wird. Auch die Rinderzucht spielt eine große Rolle. Die Attraktivität der Landschaft kommt dem Tourismus zu Gute, der heute der zweitwichtigste Wirtschaftsfaktor ist. Die meisten Gäste kommen aus Argentinien, aus Deutschland immerhin rund sechs Prozent.
Religion
Etwa 75 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken, von denen nicht wenige zugleich auch Anhänger afro-brasilianischer Kulte sind. Ca. 15 Prozent der Brasilianer gehören der protestantischen Kirche an. Minderheiten bilden Buddhisten, Muslime und Juden.
Vegetation
Besondere Artenvielfalt zeigt der tropische Regenwald, der fast die Hälfte Brasiliens bedeckt. Im Amazonas-Regenwald wachsen dicht an dicht über 50 Meter hohe Bäume, unter denen viele kleinere Arten Schutz finden - ein tropisches Paradies, von dem leider schon große Teile abgeholzt wurden. Die brasilianische Regierung wollte das so gewonnene Land für den Ackerbau nutzen, doch der Regenwaldboden ist zu nährstoffarm, sodass der Plan nicht funktionierte. Ein großer Teil Brasiliens wird von ausgedehnten Steppen und Savannen eingenommen, die mit Sumpfgebieten abwechseln - prächtige Ausflugsgebiete. Und gleich bei Rio de Janeiro liegt der Nationalpark Floresta da Tijuca mit märchenhaften tropischen Bezirken, zu denen Wanderwege führen.
Tierwelt
In Brasilien leben viele Tiere: Pumas und Jaguare, Brüllaffen und Nachtäffchen, Kaimane und Anakondas. Der Pantanal, ein Nationalpark im Westen, gilt als Brasiliens Tierparadies. Er ist - ganz nach Jahreszeit - ein Trocken- oder ein Seengebiet mit vielen bewaldeten Inselchen, auf denen Zuchtrinder, aber auch wilde Tiere leben, darunter Wild- und Wasserschweine, Tapire und auch der Jaguar. Wenn nach der Regenzeit die Trockenperiode einsetzt, bleiben dennoch viele kleine Wasserläufe zurück, in denen es von Alligatoren und Piranhas wimmelt. Auch viele Wasservögel leben an diesen Gewässern.
Erstellt in "Weltentdecker" von Hildegard und Dieter am 29. Mrz 07: *
Brasilien vor 20 Jahren und heute




