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Kambodscha erleben
Die Hauptstadt von Kambodscha ist Phnom Penh. Obwohl sich die Hauptstadt zu einer typisch asiatischen Großstadt entwickelt, hat sie ihren provinziellen Charme noch nicht verloren. Überall in der Stadt trifft der Besucher auf Relikte der französischen Kolonialzeit, die von einer beeindruckenden Epoche zeugen und die Phnom Penh ihren Stempel aufgedrückt haben. Sehenswert sind in jedem Fall der Königspalast und die daneben liegende Silberpagode sowie das Nationalmuseum. Das Toul-Sleng-Museum, das sich mit Kambodschas Vergangenheit beschäftigt, ist sehenswert, ebenso der Wat Phnom, ein künstlicher Hügel, welcher der Stadt den Namen gab.
Ein weiteres interessantes Reiseziel in Kambodscha ist Siem Reap. Das Städtchen dient in erster Linie als Ausgangspunkt für den Besuch des nahegelegenen Tempel Angkor Wat. Besucher, die aus dem hektischeren Phnom Penh kommen, sind dankbar für die Beschaulichkeit der Kleinstadt. Sehenswert sind die Märkte, der Siem-Reap-Fluss und eine Krokodilfarm.
Ein absolutes Muss während Ihres Kambodscha Urlaubes ist Angkor. Das Wort steht für eine mythische Hochkultur aus der Zeit der Jahrtausendwende. Nach ihrer Blütezeit versank sie zweimal im tropischen Urwald, bis sie 1860 und 1992 für die westliche Welt wiederentdeckt wurde. Die Architektur wurde von Indien beeinflusst. Doch bald verwandelten die begabten Baumeister ihre Ideen in einen eigenen, für Angkor typischen Baustil. Hervorstechend ist die exakte Grundsymmetrie eines jeden Heiligtums. Aber auch die Wasserbecken, die das Urmeer symbolisieren, sind sehr eindrucksvoll - wie auch die Steinwälle als die Erde umgebende Bergketten und der Turm im Zentrum, der den Berg Meru, das mythologische Zentrum der Welt, verkörpert und von den Göttern bewohnt wird. Angkor Wat, der riesige Haupttempel von Angkor, ist das größte religiöse Bauwerk von Kambodscha und der gesamten Welt. Seine Umgebung zeigt die dichteste Ansammlung von Tempeln auf der Welt. Kein anderes Monument in Angkor wurde bisher so aufwendig restauriert wie dieser gewaltige Tempel, der in der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts erbaut wurde. Es ist faszinierend, die ungeheure Größe der Anlage zu durchschreiten, die bis ins Detail durchdachte Geometrie der Architektur zu begreifen, die Schönheit der Skulpturen und Flachreliefs zu betrachten. Bemerkenswert sind auch die Stadttore, die Elefantenterrasse sowie viele weitere Tempel und Bauwerke. Zwischen den historischen Ruinen herrscht ein Leben, das sich seit Jahrhunderten nicht geändert zu haben scheint. Buddhistische Pilger besuchen die als riesige Mausoleen errichteten Tempel, während in safrangelbe Roben gekleidete Mönche ihren rituellen Aufgaben nachgehen.
Aber auch ein Besuch der Stadt Banlung sollten Sie in Ihre Kambodscha Reise einplanen. Sie ist die Hauptstadt der Provinz Rattanakiri einer Region im Nordosten Kambodschas, die noch kaum erschlossen ist. Verschiedene ethnische Minderheiten mit unterschiedlichsten Traditionen leben in dieser Gegend. Von Banlung aus kann man den kambodschanischen Dschungel erkunden und mit etwas Glück auch Elefanten sehen.
Die schönen Strände von Kambodscha liegen an der Küste des Golfs von Thailand. Kompong Som ist empfehlenswert für Reisende, die ruhige Strände und Beschaulichkeit dem kommerziellen und auf westliche Bedürfnisse zugeschnittenen Nachtleben mancher anderen Badeorte vorziehen. Die touristische Infrastruktur in Kompong Som ist inzwischen gut und verbessert sich weiter. Es gibt komfortable Hotels, gute Restaurants und ein bescheidenes Nachtleben. Das Meer ist ideal für Wassersport wie Segeln und Schnorcheln.
Kambodscha Informationen
Geschichte/Politik
Im ersten Jahrhundert heiratete ein indischer Brahmane eine kambodschanische Fürstentochter und gründete das kambodschanische Königreich. Dieses gilt im Allgemeinen als ältester von der indischen Kultur geprägter Staat Südostasiens. Im sechsten Jahrhundert übernahmen die hinterindischen Khmer dieses Reich. Es erlebte seinen politischen und kulturellen Höhepunkt im zehnten bis zwölften Jahrhundert. Angkor, die größte Tempel-Ansammlung der Welt, entstand um die Jahrtausendwende. Das Khmer-Reich konnte im 19. Jahrhundert nur noch mit französischer Hilfe gegen vietnamesische und siamesische Angriffe gesichert werden. Frankreich machte Kambodscha zu seinem Protektorat. Dieses endete, als 1945 japanische Truppen einmarschierten. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Land wieder unter französische Oberhoheit gestellt und als autonomes Königreich verwaltet. Erst 1953 wurde es unabhängig. 1970 brach der Vietnam-Krieg über Kambodscha herein. 1975 übernahmen Kommunisten die Macht, 1979 die Vietnamesen. Als diese wieder abzogen, kam für Kambodscha die Wende: 1993 gab es Wahlen und daraufhin eine demokratische Verfassung als Königreich.
Wirtschaft
Der Vietnam-Krieg hat Kambodscha zu einem der ärmsten Länder der Erde gemacht. Doch die Wirtschaftsstruktur verändert sich allmählich. Noch setzt sich das Bruttoinlandsprodukt zu 51 Prozent aus Land-, Forstwirtschaft und Fischerei, zu etwa 35 Prozent aus dem Handel und anderen Dienstleistungen sowie zu knapp 14 Prozent aus Industrie zusammen. Aber man kann einen Rückgang des inflationären Drucks sowie einen realen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts beobachten. Ziel der Regierung ist der Aufbau neuer Strukturen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Tourismus geschenkt, von dem man sich beträchtliche Deviseneinnahmen verspricht.
Religion
Das religiöse Leben in Kambodscha ist stark vom Theravada-Buddhismus geprägt, dem neun Zehntel der Bevölkerung anhängen. Die safrangelben Gewänder der Mönche gehören zum Straßenbild. Auf dem Land sind die Pagoden bis heute das religiöse, soziale und kulturelle Zentrum der Dörfer. Der tief verwurzelte Ahnenkult sowie der Glaube an gute und böse Geister sind nach wie vor fester Bestandteil der religiösen Handlungen. So haben auch die meisten Feiertage religiösen Ursprung.
Vegetation
Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern ist die Natur Kambodschas in gutem Zustand. Noch sind 60 Prozent des Landes von Urwald bedeckt, der eine artenreiche Flora mit vielen Pflanzen bietet. Die Kambodschaner leben im Einklang mit der Natur und kennen über 400 verschiedene Pflanzenarten, die für sie von wirtschaftlicher, medizinischer oder kultureller Bedeutung sind. Die Wälder in Kambodscha zählen zu den unberührtesten und größten in Südostasien. Seltene, vom Aussterben bedrohte Baumarten wie der Schwarzholzbaum, der burmesische Ebenholzbaum und der siamesische Rosenholzbaum sind hier noch heimisch. Auch den Teakholzbaum sieht man in Plantagen wachsen; im Nationalpark Kirirom gibt es Pinienwälder .
Tierwelt
Kambodscha ist zum Reservat einer bedrohten Tierwelt geworden. Neben Tigern gibt es in den Wäldern auch noch Leoparden. Wildrinder - Wasserbüffel, Banteng, Gaur - grasen unbehelligt auf Lichtungen. Zwei Bärenarten leben in den tiefen Wäldern: der malaiische Sonnenbär und der asiatische Schwarzbär, der bis 150 Kilo schwer wird. Des weiteren findet man Rotwild, Marder, Otter, Ameisenbären und verschiedene Affenarten, Schildkröten und bis zu zwei Meter lange Warane. Im See Tonle Sap und im Mekong gibt es über 850 Fischarten. Im Tonle Sap sowie in den großen Flüssen leben Krokodile. Vor 30 Jahren war die Küste von Kambodscha überfischt. Doch inzwischen konnten sich die Fischbestände so gut regenerieren, dass dieses Gebiet bereits für den ganzen Golf von Thailand ökologische Bedeutung als Laichplatz und als Rückzugsmöglichkeit für bedrohte Arten gewonnen hat. Im Wasser tummeln sich Delfine, Wasserschildkröten, kleine Haie und Wasserschlangen.
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