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Genuss

Edelweiss statt Kardamom: Wie authentisch ist Ayurveda in den Alpen?

21.02.2014

„Ich massiere Menschen brutal gern!“ sagt Patricia. Oops, ob sie das „brutal“ wörtlich meint? Woll’n wir mal sehen, was beim Alpen-Ayurveda passiert

Die Therapeutin beträufelt mich mit warmem Öl und streicht ihre Bewegungen mit starkem Druck vom Kopf bis zu den Füßen hin aus – wie bei einer Zahnpastatube, aus der ein letzter Rest herausbefördert werden soll. Richtig gut tut das! „Und es wirkt beruhigend“, meint sie, „genau das brauchst Du als Vata-Typ.“ Den hat sie vorher anhand meiner Größe, Gewicht, Haut- und Haarbeschaffenheit ermittelt. Dass von den drei Doshas, den Lebensenergien Vata, Pita, Kapha, die aufgedrehteste auf mich zutrifft, wundert mich nicht. Richtig runterzukommen fällt mir selbst im Urlaub schwer.

„Mit den entsprechenden Massagen und Ölen kann man seinen Typ aber wieder ins Gleichgewicht bringen“, verspricht mir jedoch Patricia Haslwanter. Zum Abschluss ihrer authentischen Abhyanga-Massage ist der Kopf an der Reihe: „Damit wird die gesamte Behandlung gespeichert“, behauptet die Tiroler Therapeutin. Klingt plausibel.

Dagmar Gehm liegt auf der Massageliege unter einer braunen Decke und wird im Gesicht massiert

Tiefenentspannt von der Piste auf die Massageliege: Autorin Dagmar Gehm bei der Ayurveda-Behandlung

Kann Ayurveda in den Alpen funktionieren?

Enzian und Edelweiß statt Kardamom und Kurkuma, schneebedeckte Berge statt Indischem Ozean – wie authentisch kann das sein? Um es zu testen, bin ich hier, in den Beauty & Spa-Räumen des Hotels Habicherhof bei Oetz in Tirol. Das familiengeführte Hotel mit Alpenflair ist eines der Hotels, die erfolgreich die indische Heilkunst in unseren Breitengraden anbieten. Gerade noch bin ich die herrlichen Skihänge von Hochoetz herunter geheizt, nun soll ich mich plötzlich völlig entspannen und in die geheimnisvolle Welt Indiens eintauchen. Die Leiterin der Spa-Abteilung erhielt ihre Ausbildung zur Ayurveda-Therapeutin von einem indischen Experten in Innsbruck, denn die alte Heilkunst hat nach wie vor ihre Wurzeln in Indien. Ayur heißt Wissenschaft, Veda bedeutet Leben.

Grüne Buddha-Kopf-Statue auf einem braunen Tisch

Der grüne Jade-Buddha lächelt auch in den Alpen – Fotos (2): Gehm

Der Jade-Buddha lächelt

Es wirkt! Unter dem Lächeln eines grünen Jade-Buddhas komme ich tatsächlich herunter von der permanenten Starkstromleitung. Dass Patricia statt exotischer Kräuteröle wie in Indien oder auf Sri Lanka warmes Sesamöl verwendet, ist mir egal. Beides hilft, Schlacken abzutransportieren und Giftstoffe abzubauen. Zum Schluss gibt sie mir Ernährungstipps mit auf den Weg, maßgeschneidert für den Vata-Typ, die ich schon im Hotel umsetzen kann.

Blonde Frau liegt auf einer Massageliege, eine andere blonde FRau gießt Öl aus einer Flasche auf ihren Rücken

Und es tut auch gar nicht weh! Ölmassage mit Therapeutin Patricia Haslwanter – Fotos (2): PR

TUI Reisetipp Tirol

Hotel Habicherhof

Hotel Habicherhof in Oetz

Ein Ayurveda-Tempel mitten in den Alpen ist das Hotel Habicherhof in Oetz, Tirol. Wenn Ihr auch einmal so entspannen wollt wie unsere Autorin Dagmar, dann seid Ihr hier genau richtig. Ohmmmm….. Mehr Infos hier.

Heiße Therapie ganz cool

Dass Ayurveda auch in kühleren Gefilden funktioniert, bestätigt Dr. Hans Schäffler, Leiter des Ayurvedazentrums von Schloss Pichlarn in Aigen im Ennstal, Steiermark: „Es kann sogar besser sein, die Behandlungen im eigenen Kulturraum anzubieten“, meint der Experte. „Das heiße Klima und die Zeitverschiebung in Indien und Sri Lanka sind nicht jedermanns Sache und können die Therapie beeinträchtigen.“ Andererseits, so weiß ich, schwören viele Ayurvedapatienten auf die Wärme des indischen Subkontinents, weil sie so manches Zipperlein einfach wegschmelzen lässt…

Für die Alpen spricht wiederum, dass ich mir den langen Flug spare, keine Malariaprophylaxe brauche und vor den tropischen Massagen ’ne Runde Skilaufen oder im Sommer in den herrlichen Bergregionen wandern kann. Und irgendwie ist  das Dauerlächeln des Buddhas auch in Tirol auf mich übergesprungen.

  1. Dienstag, 25. Februar 2014 um 17:56 Uhr Dagmar Gehm sagt: Antworten
    zu Elischeba, das Fasten zu Beginn ist aber nicht zwingend. Als Autorin des Marco Polo-Reiseführers "Indien - der Süden" habe ich zahlreiche Ayurveda-Resorts getestet, wo die Ärzte zwar mit Diätauflage aber nahtlos in die Behandlungen übergegangen sind, ganz ohne vorheriges Fasten. Da ich lange auf Sri Lanka gelebt habe, würde mich mal interessieren, wo genau Sie gekurt haben. Im übrigen bedanke ich mich für das nette Kompliment!
  2. Dienstag, 25. Februar 2014 um 17:53 Uhr Dagmar Gehm sagt: Antworten
    zu Jochl Grießer: Welch große Ehre widerfährt da einer kleinen Autorin, dass sich der ehemalige Bürgermeister meiner Heimat des Herzens - Oetz - mit seinem Insiderwissen zu Worte meldet! :-)
  3. Montag, 24. Februar 2014 um 22:22 Uhr Elischeba sagt: Antworten
    Massagen mag ich ein bisschen "brutaler" ebenfalls lieber :-) Ayurveda Erfahrungen habe ich sowohl in Deutschland als auch in Sri Lanka gesammelt - bis auf das Fasten zu Beginn HERRLICH !!!! :-) ... schöne Schreibe hat die Autorin!
  4. Samstag, 22. Februar 2014 um 11:37 Uhr Jochl Grießer sagt: Antworten
    ... ich würde mich ja auch gerne bei Patrizia (vulgo "Tizi") anmelden, aber da würde ihr Gatte Roland sicher sauer sein. Ein Tizi-Fan

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