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Kultur

Monsterweihnacht in den Alpen

21.12.2013
TUI Bloggerin Stephie
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Idyllische Winterzeit im Alpenraum? Von wegen! Österreichische Gruselvereine lehrten unsere TUI Bloggerin Stephie das Fürchten – da hilft auch keine warme lange Unterhose

Unbenannt-1„Zieh dir am besten eine lange Unterhose an“, so lautet die Instruktion meiner Freundin, als sie mich zu meinem ersten „Krampuslauf“ abholt, eine Wintertradition in Österreich und dem gesamten Alpenraum. In diesem Moment ahne ich noch nicht, wie wichtig dieser Rat noch sein soll – und das nicht wegen der winterlichen Kälte!

Weißer Percht

Sorry, es sieht wirklich gräßlich aus: Aber so ist die Monsterweihnacht in den Alpen

Monster machen mir Muffensausen

Ich würde heute eigentlich gerne eine Heldengeschichte erzählen, in der ich mutig allem Scheußlich-Schaurigen entgegen trete. Das wäre allerdings eine leicht beschönigte Version der Realität. In Wahrheit grusele ich mich vor allem Maskierten: Kindergeburtstag mit Clownsbesuch, lebende Statuen in Fußgängerzonen, Boxer beim Einmarsch – die Liste der Schock-Momente ist lang. Filme wie „ Der Herr der Ringe“ und diese schrecklichen „Orks“ kann ich nur in Begleitung sehen. „Das sind doch Fantasiegestalten, die gibt es in Wirklichkeit gar nicht“ heißt es dann immer. Tja, irren ist ja bekanntlich menschlich.

Wie Knecht Ruprecht – nur haariger

Nach alter Tradition im Alpenraum sind die „Perchten“ dazu da die Dämonen des Winters zu vertreiben. Sie sind große, pelzige Wesen mit Hörnern, die mit Kuhglocken behängt herumspringen und einen höllischen Krach veranstalten. Finster dreinschauende Gestalten, die notfalls auch handgreiflich werden. Ihr Kollege, der „Krampus“, ist die zottelige Ausgabe von Knecht Ruprecht: Er begleitet den Nikolaus, um die unartigen Kinder zu bestrafen. Seine Rute ist eine Peitsche aus Pferdehaar. Die Perchten haben die übrigens auch. So richtig verstehe ich den Unterschied zwischen den beiden nicht, aber das ist scheinbar auch nicht so wichtig.

Jedenfalls finden sich in den Krampus- oder Perchten-Vereinen, den sogenannten „Pässen“, lauter Menschen zusammen, die sich gerne gemeinsam als Monster verkleiden und auf Umzüge gehen. Kein günstiges Hobby, die hölzernen Masken sind meist handgeschnitzt und sehr wertvoll. Die „Perchtenläufe“ finden im Dezember und Januar statt.

Zwei Perchten

Die „Orks“ aus dem Film „Der Herr der Ringe“ könnten nicht furchteinflößender sein

Bloggerin Stephie mit Percht im Hintergrund

Auch in Salzburg laufen die Höllengesellen – ich traue mich ganz nah heran

Wenn im Winter die Kuhglocken läuten…

Umgeben von eisiger Kälte und dem Dunkel der Nacht stehen wir also am Straßenrand in Neumarkt am Wallersee, einem beschaulichen Örtchen nahe Salzburg. Im Sommer eine idyllische Heidikulisse, mit Kuhherden auf sattgrünen Wiesen. Kuhglocken höre ich jetzt auch. Aber kein sanftes Klimpern, sondern ein schepperndes Getöse. Mir gefriert das Blut in den Adern, als ich sie näher kommen sehe. Zwei Meter große Monster mit langen Hörnern und fiesen Fratzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie mit ihrer Erscheinung und dem ganzen Krach irgendwelche Dämonen vertreiben.

Dämonen, böse Geister, Perchten – ich sehe gerade keine Grenze mehr zwischen Fantasiegestalten und Realität.

Sie zücken einfach die Peitschen

Das Monster da kommt direkt auf mich zu! „Renn!“, ist der einzige Gedanke der mir durch den Kopf geht. „Lauf bloß nicht weg, die fangen und verhauen dich“, flüstert mir meine Freundin zu. Na großartig. Eine Minute später merke ich, dass es völlig egal ist, ob man wegläuft oder nicht: Sie zücken trotzdem die Peitschen. Eine der Spukgestalten baut sich vor mir auf und verpasst mir eine auf die Beine. „Jetzt weißt Du, warum Du die lange Unterhose anziehen solltest“, höre ich nur neben mir rufen.

Neben mir jauchzen die Kinder, sie locken die „Kramperle“ mit Hohn und Spott, wollen dass sie kommen und sie versohlen. Karnevalsumzüge sind mir lieber. Da werfen die Maskierten beim Umzug Kamelle. Trotzdem stehen jetzt an die hundert Menschen auf der Straße und erfreuen sich an dem schaurigen Spektakel. Ich würde mich immer noch am liebsten verstecken, aber vor den „Perchten“ darf man ja nicht weglaufen…

Percht mit Hörnern

Wenn die Kuhglocken läuten sind nicht immer niedliche Tierchen im Anmarsch – Fotos (4): Stephie

TUI Reisetipp Salzburg

Wenn nicht gerade die Gruselgestalten Angst und Schrecken durch die Stadt treiben, ist Salzburg auch im Winter sehr idyllisch. Vom Mirabellgarten aus schaut Ihr direkt auf die Hohen Salzburg, das Wahrzeichen der Stadt. Das Hotel am Mirbellplatz liegt direkt neben der Gartenanlage, im Zentrum der Mozartstadt. Die Getreidegasse mit zahlreichen Shops und der Fußgängerzone ist nur wenige Gehminuten entfernt. Mehr Infos hier.


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