Endloser Party-Urlaub, Instagram-Posing auf Bali, Rucksack-Abenteuer auf eigene Faust, die Gen Z reist laut unserer Studie nicht so, wie man es erwarten würde. Die Realität ist vielschichtiger und ehrlich gesagt viel interessanter.
Über die Generation Z wird medial viel geschrieben, spekuliert und geurteilt. Wir wollten aber
direkt von ihr
wissen,
was sie hinsichtlich Urlaub bewegt und umtreibt. Deswegen haben wir direkt bei ihnen nachgefragt:
Was
wollt ihr wirklich? Wohin zieht es euch? Was bedeutet Urlaub für euch? Die Antworten überraschen, widerlegen
Klischees und zeichnen das Bild einer Generation, die beim Reisen erstaunlich geerdet, neugierig und
bewusst
unterwegs ist.
Wir haben gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio im Februar 2026 insgesamt 2.000 Menschen in Deutschland befragt. Als Gen Z wurden dabei alle Befragten zwischen 18 und 24 Jahren definiert. Unser Ziel war es, herausfinden, wie die Generation Z ihren Urlaub plant und verbringt.
Gen Z unter der Lupe: Sechs Erkenntnisse, die überraschen
Weniger vorhersehbar als gedacht, ehrlicher als erwartet. Das sind die sechs zentralen Erkenntnisse aus der TUI Gen-Z Travel-Studie:
- Reisebegleitung: Partner first, aber ein Drittel verreist noch mit den Eltern.
- Solo Travel: Nur 15,4 % schließen Solo Travel aus – während Männer bereits losziehen,
sammeln viele junge Frauen
noch Mut. - Reiseplanung: 45,8 % lassen sich auf Social Media inspirieren, 35,3 % planen mit KI.
- Digital Detox: 30,3 % legen das Handy im Urlaub bewusst weg.
- Klassische Gewohnheiten: 53,2 % achten auf Preis-Leistung, 31,3 % lieben das
Frühstücksbuffet,
15,9 % sichern sich die Pool-Liege frühmorgens. - Luxus-Verständnis: Für 53,7 % ist es Luxus, Zeit ohne Stress zu haben – für besondere Locations zahlen 84,6 % gern mehr.
Partner, Freunde, Familie: Die Reisebegleitung der Gen Z
Mit wem verreist Gen Z am liebsten? Die Antwort überrascht gleich mehrfach: Ja, die meisten fahren mit dem Partner oder der Partnerin in den Urlaub. Aber mit 50,3 % liegt Gen Z hier deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 68,9 %.
Kein Wunder: Viele sind noch jung, noch ungebunden, noch in der Phase, in der Freundschaften
das
soziale
Zentrum bilden.
Und genau das spiegelt sich in den Zahlen wider: 38,6 % der Gen Z reisen
mit
Freunden –
doppelt so viele
wie im Gesamtdurchschnitt.
Spannend wird es auf dem dritten Platz: 33,3 % der Gen Z fährt mit den Eltern in den Urlaub. Im Gesamtdurchschnitt sind es gerade mal 12,0 %. Kein Pflichtprogramm, sondern eine bewusste Entscheidung? Gerade im jungen Alter hat das vermutlich auch monetäre Gründe und viele wohnen noch mit den Eltern unter einem Dach. Da liegt auch trotz des Erwachsenenalters ein gemeinsamer Urlaub mit der Familie nahe.
Solo Travel & Gen Z: Zwischen Fernweh und dem
ersten Schritt
Alleine reisen – für Gen Z ist das längst keine Ausnahme mehr. Nur 15,4 % schließen
Solo
Travel
kategorisch aus.
Der Rest ist offen, neugierig oder hat bereits den Koffer gepackt. Doch ein
Blick
hinter die
Zahlen zeigt: Männer und Frauen stehen dem Thema sehr unterschiedlich gegenüber.
36,4 % der Männer aus der Gen Z sind bereits alleine gereist und würden es sofort wieder tun. Bei den Frauen sind es 26,5 %. Dafür zeigt sich bei den Frauen ein anderes, mindestens genauso spannendes Bild: 30,4 % denken ernsthaft über Solo Travel nach, trauen sich aber noch nicht. Bei den Männern sind es nur 14,1 %. Das Interesse ist da, die Überzeugung wächst.
Solo Travel ist für Gen Z also keine Frage des Ob, sondern des Wann. Und für viele junge Frauen braucht es vielleicht vor allem eine Sache: die Überwindung, es einfach zu tun.
Du träumst vom ersten Solo-Abenteuer, weißt aber noch nicht, wo du anfangen sollst?
Im großen
findest du alles, was du für deine erste Reise alleine brauchst und Tipps
für das passende
Reiseziel.
Google, TikTok, ChatGPT: Die neue Reiseplanung der Gen Z
Kein Reiseführer, kein Reisebüro. Gen Z plant den Urlaub da, wo sie ohnehin viel Zeit verbringt: online. 45,8 % lassen sich auf Social Media von neuen Reisezielen inspirieren, 34,8 % nutzen Instagram, TikTok und Co. sogar zur konkreten Planung von Routen, Orten und Fotospots. Der perfekte Strand, das versteckte Restaurant, der beste Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang. All das wird längst nicht mehr im Reiseführer gesucht, sondern im Feed gefunden.
Und wer noch unsicher ist, fragt die KI: 35,3 % der Gen Z setzen ChatGPT und andere Tools gezielt für Teilaspekte der Reiseplanung ein. Von der ersten Inspiration bis zum Preisvergleich übernimmt der Algorithmus immer mehr die Rolle des klassischen Reiseberaters. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Gesamtdurchschnitt.
Aber auch klassisches Vertrauen spielt eine Rolle. 41,8 % der Gen Z verlassen sich bei der Unterkunftsauswahl stark auf Gästebewertungen – mehr als jede andere Altersgruppe. Die Meinung anderer Reisender zählt eben mehr für sie. Digital planen, aber menschlich entscheiden: Das ist die neue Reiseformel der Gen Z.
Online planen, offline genießen: Wie Gen Z Urlaub wirklich lebt
So digital die Planung ist, so bewusst gestaltet die Gen Z die Auszeit danach. Denn ist der Urlaub erst einmal gebucht, möchten viele Gen-Z-Urlauber genau das hinter sich lassen, was sie zur Planung genutzt haben: nämlich das Smartphone! 30,3 % geben an, ihr Handy im Urlaub bewusst beiseite zu legen. Ein Wert, der auf den ersten Blick überrascht: Schließlich gilt Gen Z als die vernetzteste Generation überhaupt.
Aber genau darin liegt der Widerspruch, der diese Generation so spannend macht. TikTok für die Reiseplanung, Ruhe für die Reise selbst. Der Algorithmus bringt sie ans Ziel, der Detox macht den Urlaub erst zum Urlaub. Und wie Gen Z sich erholt, ist dabei genauso durchdacht wie die Reiseplanung selbst. 37,8 % planen bewusst Tage ohne oder mit wenigen Aktivitäten ein – Nichtstun als aktive Entscheidung. 30,8 % achten auf gesunden Schlaf, 29,4 % auf ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung. Und wen sie dabei um sich haben, ist nicht egal: 39,8 % reisen bewusst nur mit Menschen, die ihnen guttun und ihre Bedürfnisse respektieren.
Liegestuhl, Souvenir, Bargeld: Gen Z, wir müssen reden
Gen Z gilt als die Generation, die alles neu erfindet. Kein Reisebüro, kein Reiseführer, kein Liegestuhl-Kampf am Pool – oder doch? Unsere Studie zeigt: Wenn es ums Reisen geht, ist Gen Z erstaunlich klassisch unterwegs und lässt kaum ein Klischee aus: 53,2 % behalten Preis und Leistung immer im Blick, 32,8 % fühlen sich mit Bargeld in der Tasche sicherer. Und das kontinentale Frühstück? Heilig. Für 31,3 % der Gen Z ist ein üppiges Frühstücksbuffet keine Kür, sondern Pflicht.
Besonders überraschend: 15,9 % der Gen Z reservieren ihre Strand- oder Pool-Liege bereits frühmorgens – fast doppelt so viele wie im Gesamtdurchschnitt. Die Liege-Strategie ist also kein reines Boomer-Thema, sondern längst in den jüngeren Generationen angekommen. Und Souvenirs? Gehen immer. 26,9 % shoppen Souvenire und kommen nicht ohne Andenken nach Hause. Nur 6,5 % der Gen Z können sich mit keinem einzigen Klischee identifizieren. Der Rest? Voll dabei.
Kein 5-Sterne-Hotel, aber bitte Rooftop-Bar: Was Gen Z
unter
Luxus versteht
Luxus war gestern ein Upgrade auf die Suite. Für Gen Z ist Luxus etwas viel Persönlicheres – und viel schwerer zu buchen. Es ist der Moment, an dem du an einem Ort stehst, den nicht jeder kennt. Das Erlebnis, das du später erzählst. Die Freiheit, morgen einfach anders zu entscheiden.
53,7 % der Gen Z definieren Luxus tiefgründig als Zeit – kein Zeitplan, kein Stress, keine Verpflichtungen. Nicht die Fadenzahl der Bettwäsche entscheidet, sondern das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Und 40,3 % wollen Erlebnisse, die sie später erzählen können – Geschichten statt Sterne, Momente statt Minibar.
Besonders stark: Für 32,8 % der Gen Z sind Orte, Erlebnisse und Momente, die anderen vorenthalten sind, der wahre Luxus. Exklusivität bedeutet für diese Generation nicht Abschottung, sondern Entdeckung. Und 34,3 % suchen im Urlaub aktiv nach Inspiration, neuen Ideen und Perspektiven.
Diese Entdeckerlust zeigt sich auch in der Wahl der Locations: Gen Z zieht es zu Orten, die etwas zu erzählen haben, überraschen und auch beeindrucken. 84,6 % der Gen Z sind bereit, für besondere Locations (wie zum Beispiel Rooftop-Bars) mehr zu zahlen. Luxus ist für Gen Z keine Kategorie, sondern eine Erfahrung.
So tickt die Reise-Generation von morgen
Gen Z reist anders. Nicht weil sie es muss, sondern weil sie es will. Mit den Eltern oder den Freunden, per Algorithmus geplant und im Urlaub bewusst offline – diese Generation macht Reisen zu etwas eigenem. Zu etwas, das zu ihr passt.
Was dabei auffällt: Gen Z weiß genau, was sie will. Kein Kompromiss beim Erlebnis, kein Verzicht auf den Moment. Und gleichzeitig ehrlicher als ihr Ruf – klassischer als gedacht, bodenständiger als erwartet.
- Appinio Marktforschung