Die große Mehrheit der Deutschen (über 96 %) gibt im Urlaub Trinkgeld. Ob im Restaurant, im Hotel oder im Taxi: Trinkgeld ist eine Geste der Wertschätzung, ein Dankeschön für guten Service und oft auch ein Ausdruck von Urlaubsglück. Aber wie viel Trinkgeld ist eigentlich angemessen? Gibt es Unterschiede zwischen den Generationen? Sind Männer wirklich großzügiger als Frauen? Fragen, die wir uns alle schon mal gestellt haben – und die wir jetzt beantworten.
Für die große TUI Trinkgeld-Studie 2026 haben wir gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Appinio 2.000 Deutsche zu ihrem Trinkgeld-Verhalten im Urlaub befragt. Die Ergebnisse zeigen: Deutschland tickt beim Thema Trinkgeld sehr unterschiedlich. Erfahre, wie viel Trinkgeld normal ist, welches Bundesland am großzügigsten ist und welche Service-Kräfte am meisten profitieren!
Auf einen Blick: 3 Trinkgeld-Wahrheiten, die dich überraschen
Bevor wir ins Detail gehen: Diese drei Erkenntnisse aus unserer Studie überraschen besonders. Sie zeigen, wie unterschiedlich Deutschland beim Thema Trinkgeld aufgestellt ist und, dass dein Wohnort, dein Alter und dein Geschlecht dabei eine größere Rolle spielen, als du denkst.
Berlin ist Trinkgeld-Champion
Die Hauptstadt führt beim Trinkgeldgeben im Urlaub:
35,1 % der Berliner geben 10 % oder mehr Trinkgeld –
Spitzenwert in Deutschland! Hier wird guter Service besonders geschätzt. Zum
Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt sind es
21,2 %.
Millennials sind Generation Großzügig
Die
Generation der 25-34-Jährigen gibt im Urlaub doppelt so viel Trinkgeld wie die
55-65-Jährigen. 29,1 % der jungen Erwachsenen geben 10 % oder mehr,
bei
den Älteren sind es nur 14,5 %. Warum? Vielleicht liegt es am gestiegenen
Service-Bewusstsein, an Social Media oder einfach daran, dass Millennials
großzügiger sind.
Männer sind im Urlaub spendabler
Der Gender-Gap existiert auch beim Trinkgeld: 25,1 % der Männer geben im Urlaub 10 % oder mehr, bei Frauen sind es nur 17,3 %. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann ein hohes Trinkgeld hinterlässt, rechnerisch um das 1,45-Fache höher. Besonders auffällig: Männer geben Tourguides deutlich häufiger Trinkgeld (34,5 % vs. 28,8 %).
Der deutsche Standard: 5-10 % Trinkgeld – und fast alle machen mit
Was ist eigentlich „normal" beim Trinkgeld? Die Antwort ist recht eindeutig: Jeder zweite Deutsche gibt zwischen 5 und 10 % Trinkgeld. Das ist der Standard im Urlaub. Aber es gibt auch die Großzügigen: Jeder Fünfte (21,2 %) gibt sogar 10 % oder mehr. Und die gute Nachricht: Nur 3,3 % geben gar nichts – Trinkgeld ist im Urlaub als Zeichen der Dankbarkeit bei deutschen Reisenden also absolut selbstverständlich.
Der Standard: 5-10 %
50,7 % der Deutschen geben zwischen 5 und 10 % Trinkgeld. Das entspricht bei einer Rechnung von 50 € etwa 2,50 € bis 5,00 €.
Die Großzügigen: 10 % und mehr
21,2 % gehen darüber hinaus und geben 10 % oder mehr. Bei 50 € sind das mindestens 5 € – ein klares Zeichen von Wertschätzung. Diese Gruppe zeigt: Guter Service wird belohnt.
Die Sparsamen: Unter 5 %
24,8 % geben weniger als 5 % Trinkgeld. Das kann viele Gründe haben: Budget, Zufriedenheit mit dem Service oder kulturelle Unterschiede.
Die Ausnahme: Kein Trinkgeld
Nur 3,3 % geben gar kein Trinkgeld. Das zeigt: Im Urlaub ist Danke sagen die Regel, nicht die Ausnahme.
Wo ist Deutschland am großzügigsten? Berlin und Hamburg führen
Die Trinkgeldhöhe ist nicht überall gleich und unsere Studie zeigt: Einige
Bundesländer sind im Urlaub besonders großzügig.
35,1 % der
Berliner geben im Urlaub 10 % oder mehr Trinkgeld. Spitzenwert in Deutschland!
Die Hauptstadt ist bekannt für ihre lebendige Gastro-Szene und hohe Servicekultur.
Kein Wunder, dass Berliner auch beim Trinkgeld großzügig sind.
Auch Hamburg liegt mit 30,0 % weit vorne. Die Hanseaten schätzen
guten Service und zeigen das auch beim Trinkgeld. Mit
21,3 %
liegt NRW genau im bundesweiten Durchschnitt (21,2 %). Weder besonders großzügig
noch zurückhaltend, sondern einfach fair.
Während Berlin, Hamburg und NRW die Spitzenreiter sind, liegen andere Bundesländer
etwas darunter. Sachsen bildet mit
14,1 % das untere Ende,
aber auch hier gibt die Mehrheit Trinkgeld. Die Unterschiede zeigen:
Service-Kultur und Trinkgeld-Gewohnheiten variieren regional.
Generation Großzügig: Millennials sind doppelt so großzügig wie ihre Eltern
Alter ist nur eine Zahl? Nicht beim Trinkgeld! Unsere Studie zeigt: Je jünger, desto großzügiger. Die Generation der 25-34-Jährigen gibt im Schnitt doppelt so viel Trinkgeld wie die 55-65-Jährigen. Aber warum ist das so? Und gibt es auch Bereiche, in denen Ältere großzügiger sind?
Die 25-34-Jährigen sind die großzügigste Altersgruppe: 29,1 % geben 10 % oder mehr Trinkgeld. Das könnte am gestiegenen Service-Bewusstsein liegen oder daran, dass diese Generation oft selbst in der Gastro gearbeitet hat und weiß, wie wichtig Trinkgeld ist. Mehr als Gen Z könnte Sie geben, da in dieser Altersgruppe meistens der Eintritt in die Berufswelt und damit auch ein anderes Budget einhergehen. Bei den 55-65-Jährigen sind es nur 14,5 %. Das ist halb so viel wie bei den Millennials. Liegt es am Budget? An anderen Prioritäten? Oder vielleicht auch einfach an einer anderen Trinkgeld-Kultur?
Aber: Ältere schätzen Reinigungskräfte mehr
Interessanter Twist: Während Junge beim Trinkgeld insgesamt großzügiger sind, schätzen Ältere die Arbeit von Reinigungskräften deutlich mehr. 78,8 % der 55-65-Jährigen geben Reinigungskräften Trinkgeld, bei den 18-24-Jährigen sind es nur 51,1 %. Mit dem Alter steigt also die Wertschätzung für die oft unsichtbare Arbeit im Hintergrund.
Gender-Gap: Wer gibt mehr Trinkgeld?
Der Gender-(Pay)-Gap existiert auch beim Trinkgeld: Männer geben im Schnitt 45 % mehr über 10 % Trinkgeld als Frauen im Urlaub. Aber warum ist das so? Liegt es an unterschiedlichem Einkommen, anderen Prioritäten oder einfach an verschiedenen Gewohnheiten? Unsere Studie zeigt spannende Unterschiede.
Jeder vierte Mann gibt 10 % oder mehr Trinkgeld.
Das macht Männer zur
großzügigeren Hälfte der Bevölkerung – zumindest beim Trinkgeld.
Bei Frauen ist es nur jede Sechste. Der Unterschied:
7,8 Prozentpunkte – oder eben 45 % mehr
bei Männern.
Frauen werden im Urlaub sparsamer
Interessant:
5,0 % der Frauen geben im Urlaub weniger Trinkgeld als zu Hause
– bei Männern sind es nur 2,7 %. Frauen sind also im Urlaub eher
zurückhaltender.
Und die gute Nachricht:
Bei Restaurant- und Bar-Personal gibt es
kaum Unterschiede. Rund 70 % beider Geschlechter geben hier
Trinkgeld – fairer Service wird von allen geschätzt.
Die Gewinner und Verlierer: Wem Deutsche im Urlaub Trinkgeld geben
Nicht jeder bekommt gleich viel Trinkgeld und unsere Studie zeigt: Es gibt klare Gewinner und Verlierer. Während Service-Personal in Restaurants fast immer bedacht wird, gehen Animateure oft leer aus.
Der Urlaubs-Effekt: So großzügig macht Urlaubsstimmung
Bist du im Urlaub spendabler als zu Hause? Die meisten Deutschen sagen: Ja! Mehr als jeder Dritte (37,1 %) gibt im Urlaub mehr Trinkgeld als im Alltag.
Die Mehrheit (58,3 %) bleibt fair: Sie geben im Urlaub genauso viel wie zu Hause. Trinkgeld-Gewohnheiten sind also tief verwurzelt und ändern sich nicht mit dem Kontext. Und besonders erfreulich: Nur 4,6 % sind im Urlaub zurückhaltender mit dem Betrag. Die große Mehrheit bleibt also fair oder gibt sogar mehr Tip, als Zuhause.
Aber warum macht Urlaub eigentlich großzügig? Im Urlaub sind wir entspannter und offener, guter Service wird besonders geschätzt, wir haben oft ein gewisses Budget zum Ausgeben eingeplant – und Trinkgeld wird zum Ausdruck von Urlaubsglück. Eine emotionale Geste, die zeigt: Wir schätzen, was andere für uns tun.
Trinkgeld im Urlaub: Eine Geste, viele Gesichter
Fast alle Deutschen geben im Urlaub Trinkgeld – aber wie viel, das hängt von Alter, Wohnort und Geschlecht ab. Während Berlin und Hamburg beim Trinkgeld die Nase vorn haben, zeigen Millennials, dass junge Generationen Service besonders schätzen. Und auch wenn Männer im Schnitt großzügiger sind: Bei gutem Service sind wir uns alle einig. Ob Kellner, Reinigungskraft oder Tourguide, ein kleines Dankeschön macht den Unterschied. Und wer weiß: Vielleicht inspiriert dich unsere Studie, beim nächsten Urlaub “Danke, das passt so” zu sagen. Gute Reise!
Quellen:
- Appinio Umfrage im Auftrag von TUI (2026)