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Kapverden: Die Insel der Frauen

29.03.2022
Das kommt unerwartet: In der kreolisch-portugiesischen Idylle der Kapverden haben Frauen wie Hetty die Hosen an.

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Cachuuuupppaaaaa!

…ruft Hetty breit grinsend, „das kriegt ihr nirgendwo so gut wie bei mir!“ Cachupa ist das inoffizielle Nationalgericht  auf den Kapverdischen Inseln, ein klassisches Arme-Leute-Gericht. Wir reden über einen Eintopf, der aus gestampftem Mais, Zwiebeln, grünen Bananen, Maniok, Süßkartoffeln, Kürbis, Yams, Tomaten und Kohl besteht. Schmeckt prima und das will Hetty jetzt auch deutlich hören! Seit drei Tagen reisen wir schon mit ihr durch ihr Heimatland, heute hat sie uns zu sich nach Hause eingeladen.

Wer das Große und Ganze auf den Kapverden verstehen will, sollte sich an Hetty halten: 29 Jahre alt, abwechselnd auf den Kapverden und in Rotterdam groß geworden, mit einer Überdosis Energie und einem abgeklärten Pragmatismus gesegnet, der sich über das Leben keine romantischen Illusionen mehr macht. Hetty kann dreckiger lachen als ein Kegelchor auf der Reeperbahn. „Amor!“, ruft sie ihren Mann, „bring den Maracujapunsch!“ Auch den hat sie mit Hilfe des legendären Santo Antao-Grogues selbst gemacht, ein wunderbar klebriges Gesöff mit amtlichen Umdrehungen und einer erlesenen Geschmacksnote. Köstlich.

Im nächsten Moment herzt Hetty Stieftochter Bianca (3), ihren Sohn Keanu (4) und die französische Bulldogge Luise (6) gleichzeitig. Das ungleiche Quartett tanzt zusammen zu den Klängen der kapverdischen Coladera-Musik in einer Art Grotte, einem ehemaligen Ziegenstall, den ihr „Amor“ zur Hochzeit umgebaut hat, inklusive einem in die Felswand gehauenen Mix aus Jacuzzi und Whirlpool. Wir werden zum „Gruppentanz“ aufgefordert, der etwa 15 Minuten dauert. Jeder von uns wird einmal von Hetty in der Mitte des Raumes herumgeschleudert wie ein Brummkreisel. Ein Lächeln legt sich über den Abend wie eine wärmende Decke. Kein Zweifel, das Leben kann so schön sein auf den Kapverden.

Hetty führt uns später in Mindelo auf Sao Vicente zum Haus von Cesária Évora, einer „großartigen Frau und Sängerin“, wie Hetty sagt. Auf den Kapverdischen Inseln war die „barfüßige Diva“ schon zu Lebzeiten eine Legende – und beinahe die einzige Musikerin der Inselgruppe, die auch international berühmt war. Unter anderem veröffentlichte sie Alben mit Adriano Celentano, Bonnie Raitt und Peter Maffay. „Morna“, die in den ehemaligen portugiesischen Kolonien entstandene Musik, war ihre Domäne, ein Stil, der auf den Kap Verden an jeder Straßenecke zu hören ist. „Morna passt zu unserem Volk“, sagt Hetty, „es ist zauberhaft schön, leidenschaftlich und ein wenig melancholisch zugleich!“

Das kommt hin: Morna mixt Blues mit lateinamerikanischen Rhythmen und dem schwermütigem Fado aus Portugal und bezieht sich inhaltlich dabei stets auch auf die politisch und sozialen Zwänge, mit denen sich die rund 500 000 Kapverdianer auseinandersetzen: Armut, Jahrhunderte der Unterdrückung, aber auch auf die Rolle der Frauen: „Die Frauen auf Capo Verde sind starke Persönlichkeiten, die Männer aber…“, grinst Hetty und macht eine wegwerfende Handbewegung.

Was sie meint: Auf den Kapverden ist die Ehe traditionell nicht sehr populär, über 50 Prozent aller Erwachsenen sind ledig. Trotzdem sind 44 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre alt – viele Mütter sind alleinerziehend, Männer haben oft mehrere Kinder von unterschiedlichen Frauen. Hetty findet das im Prinzip auch in Ordnung: „Wir leben hier in großen Familien zusammen – und bei uns gibt es auch keine Diskussion über Gleichberechtigung. Im Prinzip halten wir den Laden zusammen.“ Was stimmt: Die meisten Frauen auf Kapverden gehen einem Beruf nach, in der Verfassung ist die Gleichstellung von Frau und Mann explizit festgelegt.

Das sollte man vielleicht auch mal „Amor“ verraten, ihrem jüngeren Ehemann, der von Hetty an unserem Cachupa-Abend herumkommandiert wird wie Fähnlein Fieselschweif. Doch an Amor prallt das lässig ab. Er grinst uns zufrieden an und zuckt nur mit den Schultern, während er eine neue Ladung Maracuja-Grogue an den Tisch trägt. Und wir verstehen das gut, nach drei Tagen auf Reisen mit Hetty, dem kapverdischen Vulkan: Widerspruch wäre nicht nur zwecklos, er wäre bei solch einer Frau auch gefährlich… 😉

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