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Ratgeber

Verbotene Souvenirs: Was darf ich mit zurückbringen und was auf keinen Fall?

15.07.2019

Du willst dir oder deinen Besten eine Freude mit einem Souvenir machen und dann das: Der Zollbeamte beschlagnahmt dein Geschenk und schickt es zur Vernichtung. Ahhh! Mit diesem Guide passiert dir das nicht!

Mitbringsel und Andenken aus dem Urlaub sind beliebt! Doch viele Souvenirs schaden der Natur und beeinträchtigen den Lebensraum von teils bedrohten Tierarten. Bei diesen Dingen musst du daher höllisch aufpassen, wie viel du nach Deutschland mitbringst oder es darf gar nicht erst die Grenze passieren. Manches verbotene Souvenir zieht eine Geldbuße oder Strafanzeige nach sich.

Souvenire aus dem Urlaub

Welche Souvenire verboten sind und ihr lieber nicht mitnehmen solltet, erfahrt ihr in diesem Guide. Magnete sind beliebte Mitbringsel, schädigen niemandem und sind natürlich erlaubt. (Shutterstock: Tsuguliev)

Tierische Erzeugnisse

BELIEBteS SOUVENIR: EINE PRISE SAND

In Sardinien und in der Dominikanischen Republik ist es verboten Sand vom Strand mitzunehmen. So schön der Sand auch sein mag, das Ausführen dieses „Souvenirs“ schädigt das maritimie Ökosystem und lässt durch den tonnenweisen Sandklau die Strände allmählich schwinden. Strafen zwischen 500 und 3000 Euro können hierfür erhoben werden. Am Strand von La Pelosa bei Stintino herrscht übrigens Strandhandtuchverbot. Denn auch hierdurch wird Sand vom Strand weggetragen.

Die folgenden Beschränkungen gelten nicht zwischen den 28 EU-Mitgliedstaaten und für die Einfuhr tierischer Erzeugnisse aus Andorra, Liechtenstein, Norwegen, San Marino und der Schweiz.

Fleisch, Milch sowie daraus hergestellte Erzeugnisse, wie zum Beispiel Käse oder Wurstwaren aus Nicht-EU-Staaten darfst du nur an Eingangsstellen einführen, an denen ein Veterinär anwesend ist. Außerdem brauchst du entsprechende Gesundheitsbescheinigungen. Säuglingsnahrung, Nahrungsmittel mit wenig Milch, wie Sahnebonbons, Schokolade oder Kekse, sind davon ausgenommen.

Andere tierische Erzeugnisse wie Honig sind in Mengen bis zwei Kilo erlaubt.

Mit mehr im Gepäck könnte es dir wie diesem Türkei-Urlauber ergehen: Mitte Mai 2019 wurden in Saarbrücken Passagiere eines Fluges aus der Türkei kontrolliert. Der Zoll nahm sich eines Reisenden an, der angegeben hatte, dass er tierische Lebensmittel mit sich führte. Es kamen neun Kilogramm Käse und zwölf Kilogramm Honig in Waben zum Vorschein. Die Folge: ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Tiergesundheitsgesetz.

Fischereierzeugnisse (bis zwanzig Kilo), also frischer, gekochter oder geräucherter Fisch sowie bestimmte Krustentiere wie Garnelen und Hummer können ebenfalls bedenkenlos in die EU eingeführt werden. Aus den Färöern, Grönland und Island kannst du von allem, außer von Fischereierzeugnissen, jeweils zehn Kilo mitbringen.

Plagiate

Sie sind vor allem bei Zurückkehrenden aus Fernost ein Thema. Und wer hätte das gedacht: Gefälschte Textilien, DVDs und dergleichen toleriert der Zoll laut eigener Aussage – solange es nur ein bis zwei Exemplare für den privaten Gebrauch sind.

Produkte aus Pflanzen und Tieren unter Artenschutz

Die Welt in deinen Händen

Viele Souvenirs schaden der Natur und beeinträchtigen den Lebensraum von teils bedrohten Tierarten! (Shutterstock/sarayut_sy)

Der Zoll stellte im Jahr 2018 über 71.000 Exemplare geschützter Tier- und Pflanzenarten sowie daraus hergestellte Waren sicher. Führst du solche verbotenen Souvenirs ein, droht eine Geldstrafe, im schlimmsten Fall ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen Artenschutz. Manche Produkte machen gar nicht den Anschein:

 ☞ Klassiker wie Stör-Kaviar, Hautcreme, Arzneimittel der asiatischen Medizin und Nahrungsergänzungsprodukte werden häufig eingeführt, ohne dass die bisherigen Besitzer wissen, dass geschützte Arten enthalten sind oder verarbeitet wurden. ABER: 125 Gramm Stör-Kaviar gehen noch in Ordnung.

 ☞  Schuhe, Gürtel und Uhrenarmbänder aus Kaimanen und Schlangen oder zum Beispiel asiatischer Schlangenschnaps sind häufig gesichtete Verstöße. Bis zu vier Lederwarenerzeugnisse von toten Krokodilen sind erlaubt.• Ausgestopfte Vögel sind tabu, vor allem Greifvögel.

Seepferdchen

Die wunderschönen Seepferdchen sind laut IUCN stark gefährdet. Daher solltet ihr sie auch nicht als Souvenir nach Hause nehmen – in heimischen Aquarien überleben sie nicht. (Shutterstock/GOLFX)

Von Korallen, Muscheln und Schnecken (zum Beispiel in Schmuck) solltest du Abstand nehmen. Drei Gehäuse der Fechterschnecke oder von Riesenmuscheln darfst du dir aber einpacken. Umweltschutzorganisationen raten auch vom Sammeln und Mitnehmen von Seesternen und Seeigeln ab, da viele Arten streng geschützt sind.

☞ Viele Haifischarten unterstehen dem Schutz des Artenschutzabkommens „CITES“. Von dem Kauf von Zähnen, Flossen und dem Fleisch von Haien solltest du so oder so absehen.

☞ Kakteen oder kakteenähnliche Pflanzen, Tillandsien und Orchideen sind auch verboten. Nur Regenstöcke aus Kaktus sind erlaubt.

☞  Makaber: Seepferdchen sind erlaubt, solange es nicht mehr als vier tote Exemplare sind. Nicht umsonst aber stehen alle Seepferdchenarten unter dem Schutz des internationalen Tierschutzabkommens, verzichte also auf deren Kadaver.

☞ Zwei Sets von Perlen darfst du mitnehmen.

☞ Offensichtliches, wie Schnitzereien aus Elfenbein, Pelze, Nashorn-Hörner, Meeresschildkröten/Souvenirs aus Schildpatt müssen wir dir eigentlich nicht extra aufführen.

Übrigens können dir Händler keine Bescheinigung für Souvenirs aus tierischen Produkten erstellen, so sehr sie es auch beteuern:

Nur die hierfür zuständigen Behörden des Urlaubslandes sind befugt, eine amtliche Genehmigung auszustellen. (Deutscher Zoll)

Welche geschützten Tiere und Pflanzen dir in bestimmten Ländern (leider) angeboten werden, erfährst du auf der ► Plattform Artenschutz im Urlaub des deutschen Zolls.

Du willst mehr über geschützte Arten als Souvenirs wissen? TUI hält zusammen mit dem Global Nature Fund (GNF) ► Empfehlungen für dich bereit.

Nicht geschützte Pflanzen

Einfuhren aus europäischen Nicht-EU-Staaten und dem angrenzenden Mittelmeerraum: 50 Schnittblumen und bis zu drei Kilogramm Früchte sind für die meisten Pflanzen ohne Pflanzengesundheitszeugnis okay. Für manche bestehen Einfuhrverbote.

Für die Einfuhr aus asiatischen, amerikanischen, afrikanischen Staaten oder Australien ist für Pflanzen, Pflanzenteile, Früchte, Samen und Pflanzenerzeugnisse (naturbelassene Holzprodukte) ein Pflanzengesundheitszeugnis aus dem Herkunftsland erforderlich.

Hund, Katze, Frettchen

 

Hund, Katze, Frettchen

Darf ich Tiere einführen und wenn ja, was muss ich beachten? (Shutterstock/ Ermolaev Alexander)

Du hast im Urlaub außerhalb der EU einen Hund, eine Katze oder gar ein Frettchen ins Herz geschlossen? Und jetzt willst du deinen neuen flauschigen Begleiter mit nach Deutschland nehmen? Dann mach dich auf was gefasst:

Eine Tollwutschutzimpfung ist genauso verpflichtend wie ein Mikrochip, eine Veterinärbescheinigung und Impfpapiere. Spätestens 3 Monate vor der Einreise in die EU musst du bei dem Tier außerdem einen Tollwutantikörpertest machen lassen, um die Einschleppung von Tollwut auszuschließen. Und übertreib’s nicht: Mehr als fünf Tiere empfiehlt der Zoll nicht einzubringen, da dann andere Bedingungen gelten. Manche Hunderassen/Kreuzungen sind gar nicht erlaubt, wie z.B. Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier.

Innerhalb der EU solltest du auch folgende Dinge beachten:

☞ Gefälschte Arzneimittel oder gefährliche und häufig im Doping verwendete Stoffe sind verbotene Souvenirs. Für den persönlichen Gebrauch können Reisende Medikamente für maximal drei Monate mitbringen.

☞ Feuerwerkskörper sind bei der Einfuhr stets an der Zollstelle anzumelden. Nicht zugelassenes Feuerwerk wie brachiale „Polen-Böller“ führen zur Strafanzeige!

☞ Ein weiteres klassisches Osteuropa-Mitbringsel: Waffen. Wurfsterne, Schlagringe, Schreckschusspistolen und auch manche Softair-Waffen verstoßen in Deutschland aber gegen das Waffenschutzgesetz.

Solltest du dir immer noch unsicher sein, was du mit zurückbringen darfst, kann dir die ► Zoll-App Zoll und Reise zumindest etwas die Angst nehmen. Sie soll darüber informieren was erlaubt ist, wofür Abgaben gezahlt werden müssen und hilft bei der Kalkulation. Alles unverbindlich – das letzte Wort hat der Zollbeamte. Dessen Herz wirst du nicht erweichen können mit einem Anteil an deiner Souvenirs-Beute: Deutsche Beamte sind nun mal unbestechlich 😉


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