Kältester Ort der Welt: Minus 40, minus 60 oder sogar fast minus 90 Grad Celsius – an manchen Orten der Erde wird es so kalt, dass selbst der Winter in Deutschland dagegen beinahe sommerlich wirkt. Doch wo liegt eigentlich der kälteste Ort der Welt? Und wie lebt es sich bei solchen Temperaturen? Berit nimmt dich mit auf eine Reise zu den eisigsten Orten unseres Planeten. Entdecke 10 faszinierende Ziele zwischen Antarktis und Sibirien – und erfahre, wo die Thermometer besonders tief sinken.
Ich gehöre zu der kleinen Gruppe von Menschen, die Kälte lieben 😊 Seit jeher schauen mich meine Freunde schief an, wenn ich bei fallenden Temperaturen aufblühe und mich über den ersten Schnee freue. Meine absolute Outdoor-Wohlfühltemperatur liegt bei null Grad Celsius und darunter. Ich bin ein absolutes Winterkind mit allem, was dazugehört: Schnee, Eis und knackige Kälte.
Vielleicht bist du ja ähnlich gestrickt wie ich und hast dich auch schon oft gefragt: Kältester Ort der Welt? Wo liegt der eigentlich?
In den kältesten Regionen der Welt regieren Schnee und Eis | Adobe Stock | Anastasiya
Tatsächlich liegen viele der extremen Kälteregionen in der Antarktis und in Sibirien. Und was fast unglaublich ist: Manche dieser Orte sind dauerhaft oder zumindest zeitweise bewohnt. Allein bei dem Gedanken daran formt sich selbst mir ein virtueller Eiszapfen an der Nase! Brrrrrrrr!
Bevor ich dir die 10 kältesten Orte der Welt vorstelle, lohnt sich allerdings noch ein Blick auf einen wichtigen Fakt: Der kälteste Ort der Welt ist nicht automatisch auch der kälteste bewohnte Ort der Welt.
Manche Orte sind aufgrund ihrer Lage und der extremen Wetterbedingungen für Menschen unbewohnbar. Aber es gibt auch sehr kalte Orte, die sich der Mensch erobert hat und an denen er den niedrigen Temperaturen trotzt.
Kältester Ort der Welt: Die TOP 10 im Überblick
| Ort | Land/Region | Kälterekord | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Ostantarktisches Plateau | Antarktis | −93,2 °C | unbewohnt, Satellitenmessung, niedrigste auf der Erde ermittelte Oberflächentemperatur |
| Wostok-Station | Antarktis | −89,2 °C | zeitweise bewohnt (Forschungsstation), kältester offiziell gemessener Ort |
| Amundsen-Scott-Station | Antarktis | -82,8 °C | zeitweise bewohnt, Forschungsstation am Südpol |
| Klinck AWS | Grönland | −69,6 °C | unbewohnt, automatische Wetterstation, Kälterekord der Nordhalbkugel |
| Werchojansk | Russland | −67,8 °C | dauerhaft bewohnte Kleinstadt, einer der sibirischen Kältepole |
| Oimjakon | Russland | −67,7 °C | einer der kältesten dauerhaft bewohnten Orte |
| North Ice | Grönland | −66,1 °C | Historische Forschungsstation auf dem Inlandeis |
| Jakutsk | Russland | −64,4 °C | dauerhaft bewohnt, kälteste Großstadt der Welt |
| Snag | Kanada | −63,0 °C | heute unbewohnt, Dorf im Yukon, kanadischer Kälterekord |
| Funtensee | Deutschland | −45,9 °C | unbewohnt, deutscher Kälterekord |
Kältester Ort der Welt Karte
Die 10 kältesten Orte der Welt
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Ostantarktisches Plateau, Antarktis
Heißer Tee und Kuscheldecke bereit? Wir starten nämlich mit dem kältesten unbewohnten Ort der Welt. Auf dem Ostantarktischen Plateau registrierten Satelliten die bislang niedrigste Temperatur auf der Erde: unglaubliche minus 93,2 Grad Celsius! Dieser Wert wurde am 10. August 2010 an einer Stelle zwischen den Erhebungen Dome Argus und Dome Fuji gemessen.
Die extreme Kälte entsteht durch die große Höhe, trockene Luft und fehlende Sonneneinstrahlung im antarktischen Winter. Daher zählt die abgelegene Eislandschaft zu den unwirtlichsten Regionen unseres Planeten.
Wichtig zu wissen: Anders als bei Wostok handelt es sich hier allerdings um eine gemessene Oberflächentemperatur und nicht um eine direkt gemessene Lufttemperatur. Die Werte lassen sich deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichen.
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Wostok-Station, Antarktis
Wenn es um die niedrigste gemessene Lufttemperatur geht, bekommt die russische Forschungsstation Wostok den Preis für den kältesten Ort der Welt. Denn am 21. Juli 1983 registrierten Wissenschaftler dort eisige minus 89,2 Grad Celsius. Das ist bis heute offizieller Rekord.
Die Forschungsstation liegt auf dem antarktischen Eisschild in rund 3488 Metern Höhe. Zudem begünstigen klare Himmel, wenig Wind, trockene Luft und die lange Dunkelheit des antarktischen Winters die enorme Kälte.
Für einen kuscheligen Winterurlaub ist Wostok definitiv keine Option! Für die Forschung ist die abgelegene Station dagegen von großer Bedeutung – und ein faszinierendes Beispiel dafür, wie extrem die Bedingungen auf unserem Planeten sein können.
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Amundsen-Scott-Station, Antarktis
Noch ein Ort in der Antarktis schafft es in die Liste: die Amundsen-Scott-Südpolstation. Hier registrierten Wissenschaftler einen Tiefstwert von rund minus 82,8 Grad Celsius.
Die Forschungsstation befindet sich direkt am geografischen Südpol auf etwa 2835 Metern Höhe. Im Winter herrscht monatelang Dunkelheit, während die Temperaturen immer weiter sinken.
Benannt ist die Station nach den Polarforschern Roald Amundsen und Robert Falcon Scott. Heute arbeiten hier Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern, mitten in einer Landschaft, die fast vollständig von Eis und Schnee geprägt ist.
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Klinck Automatic Weatherstation, Grönland
Die Klinck AWS auf dem grönländischen Inlandeis hält einen besonderen Rekord, denn die automatische Wetterstation maß am 22. Dezember 1991 minus 69,6 Grad Celsius – die niedrigste offiziell bestätigte Temperatur der Nordhalbkugel.
Die Station befindet sich auf rund 3216 Metern Höhe mitten auf dem grönländischen Eisschild. Daher ist sie kein Ort, an dem Menschen dauerhaft leben könnten.
Grönland ist für Reisende dennoch ein spektakuläres Ziel. Wer die Insel besucht, erlebt gewaltige Eisberge, schroffe Landschaften und mit etwas Glück sogar Polarlichter, allerdings unter deutlich angenehmeren Bedingungen als am Klinck AWS.
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Werchojansk, Sacha, Russland
Mit einem Kälterekord von minus 67,8 Grad Celsius gehört die Stadt Werchojansk in der Republik Sacha (Jakutien) in Russland zu den kältesten dauerhaft bewohnten Orten der Erde. Damit zählt sie zugleich zu den berühmten sibirischen Kältepolen.
Die Winter sind lang und hart, Temperaturen von minus 40 Grad Celsius und darunter sind keine Seltenheit. Daher kommt unweigerlich die Frage auf: Wie leben die Menschen dort? Die knapp 1300 Einwohner passten sich im Lauf der Zeit an die Bedingungen an, die Kälte gehört zum Alltag. Gut isolierte Häuser, mehrschichtige Bekleidung und speziell ausgerüstete Fahrzeuge sind ein Muss.
Fun Fact: Werchojansk ist nicht nur für eisige Temperaturen bekannt. Im Juni 2020 wurden dort 38 Grad Celsius gemessen, ein von der WMO (World Meteorological Organization) bestätigter Rekord, und das in der Arktis! Ein eindrucksvolles Beispiel, wie extrem das Klima in kontinentalen Regionen sein kann.
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Oimjakon, Sacha, Russland
Auch Oimjakon liegt in der Republik Sacha. Minus 67,7 Grad Celsius wurden hier am 6. Februar 1933 gemessen. Daher gilt das Dorf ebenfalls als einer der kältesten dauerhaft bewohnten Orte der Welt. Bei solchen Temperaturen würden vermutlich selbst die größten Winterfans lieber im Warmen bleiben, inklusive mir 😊
Die Herausforderungen im winterlichen Alltag sind ungemütlich: So bekommen Wimpern und Augenbrauen im Freien in kürzester Zeit eine dünne Eisschicht, Brillen frieren an Gesichtern fest und Autobatterien verlieren in Minuten ihre Ladung. Tatsächlich schalten die Einwohner die Fahrzeuge im Winter oft gar nicht erst aus, weil der Motor sonst einfrieren und nicht mehr anspringen würde.
Der abgelegene Ort ist vor allem für Abenteuerreisende interessant, die eine ganz andere Seite Sibiriens kennenlernen möchten. Die Anreise ist allerdings aufwendig und die extremen Bedingungen erfordern eine gute Vorbereitung.
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North Ice, Grönland
Auf dem grönländischen Inlandeis befand sich einst die Forschungsstation North Ice, die zur britischen Nordgrönlandexpedition von 1952 bis 1954 gehörte. Am 9. Januar 1954 wurden dort eisige minus 66,1 Grad Celsius gemessen.
Die Expeditionsteilnehmer erforschten unter anderem Gletscher, Wetter, Geologie und die Auswirkungen extremer Kälte auf den Menschen. Ihren Alltag bestritten sie fernab jeglicher Zivilisation: mit Schlittenhunden, Winterfahrzeugen und speziell angepasster Ausrüstung.
Heute ist die Station nicht mehr in Betrieb, doch ihr Kälterekord macht North Ice zu einem bemerkenswerten Kapitel der Polarforschung.
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Jakutsk, Sacha, Russland
Einfach nur kalt reicht Jakutsk nicht, denn die Stadt gilt als kälteste Großstadt der Welt. Rund 370.000 Menschen leben in der Hauptstadt der Republik Sacha und müssen sich jeden Winter auf eisige Temperaturen einstellen. Dabei liegt der Kälterekord bei minus 64,4 Grad Celsius und wurde bereits 1891 gemessen. Im Januar liegen die durchschnittlichen Temperaturen bei etwa minus 42 Grad Celsius.
Jakutsk liegt auf Permafrostboden (Dauerfrost). Deshalb stehen die Stadt und ihre Infrastruktur vor besonderen Herausforderungen: Gebäude, Straßen und Versorgungsleitungen müssen mit dem dauerhaft gefrorenen Untergrund zurechtkommen.
Trotz der Kälte ist Jakutsk eine lebendige Stadt mit Museen, Restaurants und kulturellen Einrichtungen. Im Sommer zeigt sich die kälteste Großstadt der Welt dann von einer ganz anderen Seite – mit deutlich wärmeren Temperaturen und langen hellen Tagen.
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Snag, Yukon, Kanada
Kanada darf auf dieser Liste natürlich nicht fehlen. In der kleinen ehemaligen Siedlung Snag im Yukon wurden am 3. Februar 1947 minus 63,0 Grad Celsius gemessen. Das ist bis heute der offizielle kanadische Kälterekord.
Damals befanden sich in Snag unter anderem eine Wetterstation und ein Flugplatz. Heute hingegen ist die Siedlung nicht mehr dauerhaft bewohnt.
Gordon Toole, der damalige Leiter der Wetterstation und Spezialist für Wetterbeobachtungen, berichtete an diesem Tag sogar, dass sein Atem zu weißem Pulver gefror und mit einem klirrenden Geräusch auf den Boden fiel.
Der Yukon selbst ist dagegen ein faszinierendes Reiseziel für alle, die Winterlandschaften lieben. Schneebedeckte Wälder, Polarlichter, Schlittenfahrten und die Weite Kanadas machen die Region zu einem ganz besonderen Winterabenteuer.
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Funtensee, Bayern, Deutschland
Für den letzten Platz musst du gar nicht so weit reisen. Und ich gebe zu: Bei der Reihenfolge habe ich ein bisschen geschummelt. Der Funtensee kommt nicht gleich nach Snag im Yukon, aber er ist ein gutes Beispiel dafür, dass es tatsächlich auch in Deutschland sehr kalte Orte gibt.
Am 24. Dezember 2001 sank die Temperatur am Funtensee im Nationalpark Berchtesgaden in Bayern auf minus 45,9 Grad Celsius. Seitdem gilt der See als kältester unbewohnter Ort Deutschlands.
Diese eisige Kälte ist aufgrund der besonderen Lage möglich, denn der Funtensee befindet sich auf rund 1633 Metern Höhe in einer von Bergen umgebenen Senke. Die kalte Luft sammelt sich dort und kann im Winter für besonders niedrige Temperaturen sorgen.
Der See ist ein attraktives Reiseziel und vor allem bei Wanderern beliebt, allerdings ist die Strecke dorthin sehr lang und anspruchsvoll.
Eis, Schnee und Spannung: 5 Filme für Winterfans
Du gehörst eher zur Fraktion Frostbeule? Dann habe ich eine kuschelige Alternative für dich: fünf Filme, die dich in eisige Landschaften und spannende Abenteuer entführen! So musst du nicht selbst an die kältesten Orte der Welt reisen, sondern kannst es dir auf deinem Sofa mit einem heißen Kakao gemütlich machen.
| Film | Schauplatz | Worum geht es? |
|---|---|---|
| Antarctica – Gefangen im Eis (Eight Below) | Antarktis | Paul Walker kämpft um das Überleben zurückgelassener Schlittenhunde in der eisigen Antarktis |
| Arctic | Arktische Eislandschaft | Nach einem Flugzeugabsturz muss ein Mann in der eisigen Wildnis ums Überleben kämpfen |
| The Revenant – Der Rückkehrer | Nordamerika | Leonardo DiCaprio schlägt sich als Trapper nach einem Bärenangriff durch die verschneite Wildnis |
| The Thing | Antarktis | In einer abgelegenen Forschungsstation wird ein Team mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert |
| The Grey – Unter Wölfen | Alaska | Nach einem Flugzeugabsturz versucht eine Gruppe Überlebender, sich durch die eisige Wildnis zu retten |
Mein Fazit nach dieser eisigen Reise um die Welt? Ich bleibe definitiv ein Winterkind. Aber bei minus 60, 70 oder gar 90 Grad Celsius hört selbst bei mir die Liebe zur Kälte auf.
Schnee, Eis und knackige Minusgrade finde ich super. Aber die ganz großen Kälterekorde tausche ich sehr gerne gegen dicke Socken, Kuscheldecke und eine Tasse heißen Tee 😊
Inspiration für Urlaub im Schnee
Kältester Ort der Welt: Häufige Fragen
Der offiziell gültige Rekord für die niedrigste direkt gemessene Lufttemperatur liegt bei −89,2 °C. Er wurde am 21. Juli 1983 an der Wostok-Station in der Antarktis gemessen. Betrachtet man dagegen die Oberflächentemperatur, liegt das Ostantarktische Plateau vorn: Dort registrierten Satelliten am 10. August 2010 sogar −93,2 °C. Wenn du also nach dem kältesten Ort der Welt heute suchst, kommt es auf die Messmethode an: Das Ostantarktische Plateau hält den Rekord der niedrigsten Oberflächentemperatur, Wostok den offiziellen Rekord der direkt gemessenen Lufttemperatur.
Als kältester bewohnter Ort der Welt gilt Oimjakon in Sibirien. Dort wurden 1933 −67,7 °C gemessen. Trotz dieser extremen Kälte leben in dem abgelegenen Dorf dauerhaft Menschen. Noch erstaunlicher: Auch im Winter ist der Ort nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Oimjakon ist über eine Straße erreichbar und zieht sogar einzelne abenteuerlustige Reisende an.
Extreme Kälte entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. In Sibirien sorgt die große Entfernung zum Meer für ein stark kontinentales Klima. In der Antarktis kommen die enorme Höhe des Eisschildes, die trockene Luft und die lange Polarnacht hinzu. Auch klare Himmel und schwache Winde können dazu führen, dass die Wärme besonders stark ins All abgegeben wird. So entstehen Temperaturen, bei denen selbst −20 °C plötzlich fast angenehm wirken.
