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Ab in die Berge! Alpenüberquerung – Zu Fuß vom Tegernsee bis Sterzing

31.08.2018
TUI Reiseexperten
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Als Christine Freunden und Kollegen von ihren Urlaubsplänen berichtete, zu Fuß über die Alpen zu wandern, erntete sie oft ungläubige Blicke und skeptische Fragen, aber auch viele Aufforderungen: „Das musst Du dann unbedingt erzählen!“ Dann mal los!

Im Juli ging es für ein paar Freunde und mich in die Alpen. Wir wollten vom Tegernsee nach Sterzing wandern. Wenn ich jetzt zurückdenke, höre ich tosende Wasserfälle, murmelnde Gebirgsbäche, das Gebimmel der Kuhglocken, das Summen der Insekten in den Wiesen und das warnende Pfeifen der Murmeltiere – und auch die Stille. Die Stille, wenn wir die lärmenden Massen am Parkplatz oder der Bergbahn hinter uns gelassen hatten und wieder allein waren. Allein mit der herrlichen Natur, den beeindruckenden Landschaften, die sich vom Mischwald in Kreuth am Tegernsee bis auf grüne Almwiesen und Weiden im Zillertal über Latschenkiefern,  Alpenrosen und Blaubeerbüschen an der Baumgrenze und schroffen Felsen in Südtirol abwechselten.

Der Duft, den ich noch von Kindheitswanderungen in Tirol in der Nase hatte, ist sofort wieder da: frisch gemähtes Heu, warme Kiefernadeln und trockene Kuhfladen.

Einmal Landluft schnuppern, bitte!

Einmal Landluft schnuppern, bitte!

Start im Bergsteigerdorf Kreuth

Kreuth

Unser Weg führte uns auf ca. 120 km vom Tegernsee in Oberbayern bis ins Südtiroler Städtchen Sterzing und bot uns neben der traumhaften Alpenkulisse auch allerlei kulinarische Genüsse.

Im Haus Göttfried in Kreuth, wo wir unsere Wanderung begannen, gab es abends eine köstliche Forelle aus der Fischzucht Wildbad Kreuth, an der  auch unser Wanderweg am nächsten Morgen vorbeiführte. Die hausgemachte halbe Ente mit Kraut und Kloß, die uns von der freundlichen Bedienung empfohlen wurde, war dem einvernehmlichen Urteil meiner Mitwanderer köstlich. Die voll besetzte Terrasse am Abend und die persönlichen Worte des Eigentümers sprechen Bände. Daumen hoch für Haus Göttfried!

Kreuth ist erst seit kurzem Bergsteigerdorf und bietet den Gästen einen kostenlosen Wanderbus, der täglich mehrmals zwischen Kreuth und Achenkirch pendelt. Ein super Service, den wir auf unserer Rückfahrt von Südtirol sehr geschätzt haben.

1. Etappe: Von Kreuth nach Achenwald

Die erste Etappe hatte es gleich in sich: 18 Kilometer Entfernung und 850 Höhenmeter mit dem Rucksack auf dem Rücken auf schmalen und steilen Pfaden waren zu überwinden, um hinauf über die Landesgrenze nach Österreich in die Blauberge zu kommen, vorbei an den grünen Wiesen der Gaisalm zur rustikalen Blaubergalm. Hier gab es zur Belohnung  frische Milch und leckere Knödel, bevor es einen eher unspektakulären Fahrweg hinab nach Achenwald ging.

Von Kreuth nach Achenwald

Von Kreuth nach Achenwald

2. Etappe: Vom Achensee nach Maurach

Am nächsten Tag war Sonntag und daher war auch der wunderschöne Weg entlang des Westufers des Achensees von Achenkirch über Pertisau nach Maurach bei sonnigem Wetter gut besucht. Auf dem See startete gerade eine Segelregatta und wir mussten unseren mitwandernden Segelfreund ermahnen, die Augen auf den schmalen Steig zu richten, der teilweise mit Handläufen gesichert war. Zwischendurch kühlten wir unsere Füße an einer kleinen Badestelle im See. Auf der Gaisalm, die nur per Boot oder zu Fuß erreicht werden kann, spielte Tiroler Blasmusik und im schattigen Biergarten gab es Tiroler Kaspressknödelsuppe – ein Gedicht!

Auch im stylishen Pertisau mit vielen Badestegen, die eher einer Lounge gleichen, die man in französichen Mittelmeerorten vermutet, gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, um einen Eisbecher oder ein Stück Sachertorte zu genießen. Direkt im Ort befindet sich auch das Tiroler Steinöl Museum Vitalberg, wo ich mir nach allerlei Testen im Shop ein kleines Fläschchen Massageöl kaufe und mir jeden Abend damit die schmerzenden Füße und Waden einreibe. Mit gutem Erfolg!

3. Etappe: Von Maurach ins Zillertal

Am nächsten Morgen nehmen wir von Maurach den Bus durch das Inntal über Jenbach nach Fügen. Wir schlendern durch den malerischen Ort zur modernen Spieljochbahn, die uns hinauf auf die 1860 Meter hoch gelegene Bergstation des Spieljochs bringt. Von dort sind es nur wenige Meter bis zum Gipfel des Spieljochs und wir staunen über den Rummel, der hier oben herrscht. Aber schon 200 Meter hinter dem Spieljoch lassen wir diese alpine Spielplatzwelt mit Slackline Parcour, Wasserpark und Barfusspfad, hinter uns und gehen auf baumlosen, wunderbar schmalen Pfaden mit herrlichen Ausblicken zur Gartlalm.

Hochfügen

Hochfügen

Auf der Gartlalm gibt es einen köstlichen Kaiserschmarrn. Nach und nach treffen auch „Mitwanderer“ ein, die die gleiche Strecke wie wir gehen und denen wir unterwegs immer wieder begegnen. So der Herr im sonnengelben Funktionshemd, der bei uns „das gelbe Trikot“ heißt, die nette Familie mit dem kleinen Hund oder die drei dynamischen jungen Frauen mit ihren verstellbaren Wanderstöcken, die wir angesichts der Geräusche, die sie damit erzeugen „Klickklack Mädel“ taufen.

Am Loassattel weist ein Schild auf den hochgelobten Alpengasthof Loas in ca. 400 Meter Entfernung hin, aber angesichts eines drohenden Gewitters und allgemeiner Erschöpfung verzichten wir und gehen die letzten Meter nach Hochfügen. Im Almhof erwartet uns nicht nur eine Sauna, in der die angestrengten Muskeln entspannen können, sondern auch ein leckeres Hirschgulasch. Die pollenfreie Luft hier oben ist für Allergiker die reinste Wohltat. Die renovierten Zimmer sind mit viel Holz und modernen Details eingerichtet und lassen uns herrlich schlafen.

4. Etappe: Vom Zillertal zur Rastkogelhütte

Auf geht es zur Rastkogelhütte

Auf geht es zur Rastkogelhütte

Am nächsten Tag geht es durchs malerische Zillertal, steil bergauf über das Sidanjoch (kleiner Tipp: hier einmal rechts 50 Meter auf den Friedensgipfel, von dem man eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Gipfel hat) zur Rastkogelhütte, die unser Tagesziel ist. der Nach einer kurzen Erholungspause können wir am Nachmittag ohne Gepäck den Hausberg, das Kreuzjoch besteigen. Ganz allein steigen wir hinauf und werden durch den Anblick eines wachsamen Murmeltieres belohnt, das in unmittelbarer Nähe Wache hält.

5. Etappe: Von der Rastkogelhütte nach Mayrhofen

Wunderschöne Landschaften warten an jeder Ecke, hier auf der Etappe von der Rastkogelhütte nach Melchboden

Wunderschöne Landschaften warten an jeder Ecke, hier auf der Etappe von der Rastkogelhütte nach Melchboden

Der nächste Morgen beginnt und wir steigen erneut hoch über die Mitterwandsköpfe und wandern dann auf dem Bergrücken vorbei an eiszeitlichen Lacken und über den Arbiskokopf zur Jausenstation Melchboden. Der Weg ist anstrengend und steil und eine kleine Krise und Rebellion á la “Hier gehen wir nicht mehr weiter“ ist nur mit der Aussicht auf Sahnetorte im Tal zu besänftigen.

Von Melchboden aus starten nicht nur viele Paraglider ins Tal, uns bringt auch der Bus die 950 Höhenmeter hinab nach Mayrhofen. Wir genießen bei schönem Wetter einen Germknödel in der Konditorei im Ort und kühlen uns dann im Freibad ab. Wir strecken die Beine auf der Liege und gestehen uns ein, etwas Angst vor der morgigen Etappe zu haben – der Anstieg aufs Pfitscherjoch und die Überquerung des Alpenkamms.

6. Etappe: Von Mayrhofen zum Pfitscherjoch-Haus

Die Furcht ist jedoch unbegründet, der Weg ist gut zu gehen, nur leider sehr voll. Als wir am Schlegeis Speichersee bei bestem Wanderwetter aus dem Bus steigen, gehen wir nicht allein, sondern mit vielen anderen Alpenüberquerern und Tagesausflüglern, die auf’s Pfitscherjoch Haus wollen.  Wir pausieren auf der Lavitzalm, auf der es eine so reichliche Brotzeit gibt, dass wir am Nachmittag noch alle davon essen können.

Der schöne Schlegeis Stausee kurz vor der italienischen Grenze

Der schöne Schlegeis Stausee kurz vor der italienischen Grenze

Das Pfitscherjochhaus, die älteste private Schutzhütte Südtirols, liegt schon auf italienischer Seite und das schmecken wir gleich am Cappuccino, den wir hier in der Sonne genießen, bevor es an den steilen Abstieg durch‘s Pfitschtal geht.

Nächstes Ziel: Das Pfitscherjochhaus

Nächstes Ziel: Das Pfitscherjochhaus

Auf diesem Weg sind wir dann wieder fast allein und genießen die Almwiesen, die Bäche und den Duft der Tannen und das Heu auf den Wiesen. Im urigen Pfitscherhof zwischen St. Jakob und Kematen übernachten wir. Hier scheint die Zeit im positiven Sinne still zu sehen: Herrliche Geranien vor den Balkonen, Holzbänke vor dem Haus, ein schattiges Plätzchen, ein gutes Essen mit der Südtiroler Spezialität Schlutzkrapfen, dazu ein Glas Rotwein – das ist alles was wir brauchen, um den lauschigen Abend zu genießen.

7. Etappe: Vom Pfitscherjoch-Haus nach Sterzing

Die letzte Etappe ist dann gemütliches Auslaufen durch das malerische Tal mit seinen typischen Steinkirchen und urigen Bauernhöfen. Kurz vor Sterzing geht es noch über eine kleine Anhöhe beim Schloss Moos ehe wir auf unser Wanderziel blicken können. Diese Strecke könnte man auch mit dem Linienbus abkürzen, aber wir freuen uns die Tour ohne Blessuren überstanden zu haben und sind stolz auf unsere Leistung. So gehen wir zu Fuß durch das markante Stadttor von Sterzing hinein in die Fußgängerzone mit vielen prächtigen Fassaden, Cafés, Restaurants und Geschäften.

In der italienischen Gemeinde Sterzing, im Hintergrund der Zwölferturm

In der italienischen Gemeinde Sterzing, im Hintergrund der Zwölferturm

Mein Fazit

HOTELTIPP: DAS TEGERNSEE

DAS TEGERNSEE ist ein stilvolles 5-Sterne-Hotel, das hoch über den Ufern des Tegernsees thront. Diese einmalige Lage macht das schöne Wellnesshotel zum perfekten Domizil für alle, die in die Berge wollen oder von einer anstrengenden Wandertour kommen.

Mehr Infos zum Hotel

Für uns ging es anschließend für einige entspannte Tage nach Brixen. Nachts im Traum sind wir meistens noch gewandert und haben tagsüber unsere Erinnerungen Revue passieren lassen. Mit Zug und Bus sind wir dann zurück an den Tegernsee gelangt. Das Auto stand in Kreuth und auf der Fahrt an den See sind wir noch an der Naturkäserei Tegernseer Land vorbeigekommen, die auf jeden Fall einen Besucht wert ist.

Über 20 Familienbetriebe haben sich hier zusammengeschlossen. Im Biergarten gibt es leckeres Essen, wie Käsespätzle und Käsekuchen und im Geschäft kann man die frische Heumilch, Käse und Joghurt kaufen. Besonders lecker: der Zitronenjoghurt!

Kann ich die Wanderung empfehlen? Auf jeden Fall! Das reizvolle an der Alpenüberquerung ist tatsächlich das Weitergehen von Ort zu Ort, das reduzierte Gepäck und den Wechsel der Landschaften bewusst und in Ruhe zu erleben.


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