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Camping in Schweden: 1 Woche unterwegs mit dem TUI Camper

11.11.2020
TUI Bloggerin Miriam
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Wo kann man besser campen als im wunderschönen Schweden, wo das allemansrätten, das Jedermannsrecht, gilt? Das dachten sich auch Miriam und ihr Freund, die kurzerhand einen TUI Camper mieteten, um innerhalb einer Woche Mittelschweden (Svealand) und den Norden unsicher zu machen. Hier gibt sie euch Tipps zum Camping in Schweden.

Hier sitze ich nun, mitten im Wald, mitten im Nichts, mit Blick auf den See. Weit und breit kein Mensch zu sehen. Das nächste Haus steht etwa einen Kilometer entfernt. Es ist so still, bis auf den Nieselregen ist nichts zu hören. Nur der Grünspecht pocht weit weit über mir. Ab und an kommt mal ein Fischer auf dem Boot vorbeigeschippert. Der Regen prasselt rhythmisch auf die Markise, und ich sitze direkt darunter in meinem Campingstuhl und schreibe diese Zeilen. Ich befinde mich in meinem ersten Campingurlaub, ein Outdoor Abenteuer, welches eigentlich keines ist, da ich mir einen – man kann schon sagen – Luxuscamper gemietet habe. Mit Toilette, Kochnische und Dusche.

Ich sitze auf einem gepflegten Rastplatz oberhalb von Stockholm. Hier übernachten mein Freund und ich bereits zum zweiten Mal, denn eine schönere Campingstelle könnten wir uns gar nicht erträumen. Am Tag treffen sich hier Schwimmer, Radfahrer, Wanderer und Angler. Man kann hier gut Barsche fangen. Und Pike. Auch Plötze, Sarv, Brachsen und Ruda sind hier verbreitet. Ich bin kein Angler, außerdem Vegetarierin. Aber hier an diesem wunderschönen Fleckchen Erde verstehe ich, warum die Menschen gern den Köder auswerfen. Der See ist tief. Man kann gerade noch so seine Arme unter Wasser sehen.

Am Abend, bei Sonnenuntergang, wird das Wasser noch roter als es jetzt schon ist. Und der Himmel brennt. Was für ein Bild!

Warum Schweden?

Es ist der 30. August 2020. Eigentlich wollten mein Freund und ich in diesem Jahr nach Südamerika. Der Landschaften wegen! Reisen ohne auf die Uhr schauen zu müssen, wie viel Zeit wir noch haben, stand auf dem Plan. Wir wissen alle, dass es in diesem Jahr anders kam. Und so ging es für uns für 2 Wochen nach Schweden – ebenfalls der Landschaft wegen.

An Schweden gefällt mir nicht nur das Offensichtliche: Die Natur, die roten Holzhäuschen, die niedlichen Holzpferde und die zahlreichen Badeseen. Mir gefällt das fröhliche „Hej Hej“ zur Begrüßung und das sympathische „Hej då“ zum Verabschieden. Mir gefällt das sehr gut ausgebaute Netz im Land, das es ermöglicht, dass sogar im einsamsten Örtchen ein voller Balken rechts oben auf dem Smartphone erscheint. Ich mag, dass man wenn man einen Kaffee bezahlt, diesen umsonst nachfüllen kann. Und das leckere Gebäck – von Zimtschnecken über Chokladbollar – ist natürlich auch nicht zu verachten. Ich finde die Idee toll, dass die Natur allen gehört. Diese Weite, diese Ruhe und diese sattgrünen Wiesen. Die Vielfalt. Dass man im Winter mit dem Schneemobil die Straßen entlangsaust und im Sommer auch bei geringeren Temperaturen in den See hüpft.

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Schweden in Corona-Zeiten

Schweden war zu dem Zeitpunkt wohl das perfekteste Reiseziel. Es ist in etwa genauso teuer bzw. günstig wie bei uns in Deutschland, die Einreise ist für uns Deutsche ohne Probleme möglich und im Sommer waren die Coronafälle niedrig trotz hoher Testzahlen. Schweden geht in der Krise einen anderen Weg und man kann davon halten was man möchte. Ich fühle mich hier jedoch so sicher, wie man sich nur fühlen kann. Auch ohne Maskenpflicht. Denn ehrlich gesagt, begegnet man ja doch kaum jemandem hier. In Schweden leben gerade einmal 10,23 Millionen Menschen. Im Jahr 2018 betrug die Bevölkerungsdichte in Schweden rund 25 Einwohner pro Quadratkilometer. Aktuell ist das Land vom RKI fast flächendeckend als Risikogebiet eingestuft.

Wir reisen von Ende August bis Anfang September. Zu dieser Zeit ist das Thema Corona zwar präsent, aber viel weniger stark als in Deutschland.

Das Wetter ist angenehm warm bei um die 20 Grad, kann sich aber nicht immer entscheiden. Wenn die Sonne scheint, ist es T-Shirt Wetter. Sobald die Sonne weg ist, wird der Pull drübergezogen. Je weiter es in den Norden geht, desto kälter wird es logischerweise. Mein nördlichster Punkt dieser Reise ist der Nationalpark Skuleskogen in Västernorrlands County. Hier sind es immer noch um die 16 Grad.

Camping in Schweden: Wir holen unseren TUI Camper ab

Den TUI Camper hole ich nahe Stockholm, in Bålsta, ab. Hier wird er auch wieder abgegeben. Der Check in verläuft problemlos. Mein Freund und ich bekommen einen umgebauten Fiat Ducato, einen Zweisitzer mit großem Bett, Küche, Bad und Essgelegenheit. Ich zahle die Kaution, die Dank des TUI Plus Pakets nur noch 150 Euro beträgt, unterzeichne die Papiere und schaue mir einen Erklärungsfilm an. Hier kommen die wichtigsten Punkte zur Sprache: Wie regle ich die Temperatur im Auto? Wo befindet sich was im Fahrzeug? Wie funktioniert die Entleerung der Kassette? Wie fülle ich den Wassertank auf? Welches Equipment ist von Nöten? Wo befindet sich das Gas? Was muss beim Check Out beachtet werden?

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Eine gute Stunde später sitzen mein Freund und ich im Camper. Es existiert kein Plan, wo wir hinfahren. Sicher ist nur: Wir haben eine Woche bis wir das Fahrzeug wieder in Bålsta abgeben müssen.

Die erste Station ist IKEA in Uppsala. Was man halt macht, wenn man in Schweden ist 😉 Hier gibt es einen vegetarischen Hot Dog auf die Hand und einen Einkaufswagen voll mit Schlafutensilien, Kerzen und Kissen. Man soll sich ja schließlich wohlfühlen im Urlaub. Bei TUI Camper können die wichtigsten Sachen, wie Bettwäsche und Handtücher natürlich hinzugebucht werden. Ich habe es schlichtweg vergessen und mir daher das Einrichtungshaus von innen angesehen. Außerdem gibt es hier WLAN und so ist der erste Schlafplatz schnell gefunden.

Frei stehen oder Übernachten auf dem Campingplatz?

Wir entscheiden uns Richtung Norden zu fahren, nach Gävle genauer gesagt. Hier in der Nähe finde ich diesen tollen Übernachtungsplatz an dem wunderschönen See, den ich am Anfang bereits beschrieben habe und der auch mein letzter Schlafplatz ist. So schön ist es hier.

In Schweden herrscht allemansrätten, d.h. Jedermannsrecht. Die Natur gehört allen, und so können Camper stehen, wo sie möchten. Ausnahmen gibt es natürlich! Ihr solltet nicht auf Privatwegen oder mitten im Wohngebiet (was man wahrscheinlich auch nicht möchte!) übernachten, auch gibt es ein paar Orte, wo Campen ausdrücklich verboten ist. Meist bedeutet das aber nur, dass man nicht das gesamte Equipment auspacken sollte (Campingtisch und -stühle). In Mittelschweden und im Norden haben wir keinerlei Probleme beim „Wildcampen“. Schwierig wird es eher, abgelegene Plätze zu finden, denn die Straßen und Zufahrtswege sind natürlich nicht immer die besten.

Und so ist man in Schweden bestens auf Camper vorbereitet. Viele Einwohner haben selbst einen Wohnwagen und machen damit Urlaub. Es gibt etliche Rastplätze und viele wunderschöne Übernachtungsstellen, die perfekt ausgestattet sind. Mit sauberem WC, Mülltonnen und Grillplätzen. Die Übernachtungen hier sind kostenfrei.

Die erste Nacht ist kalt. Erst später entdecke ich den Luxus, den wir hier im TUI Camper haben: eine Heizung! Auch das WC im Camper ist ein Luxus, den viele nicht haben. Auch, wenn es hier fast überall öffentlich zugängliche, kostenfreie Toiletten gibt, das eigene WC immer und überall mitzuhaben, ist gerade in der Nacht, bei Temperaturen um die 8 Grad und tiefster Dunkelheit, ziemlich toll. Was dagegen nicht so toll ist, und für viele Menschen sicherlich zur Herausforderung werden kann, ist die Entsorgung der Latrine.

Bereits der dritte Stopp bringt mich daher an einen Campingplatz. Ich habe riesiges Glück, denn ohne große Recherche habe ich einen traumhaft schönen, naturbelassenen Platz im Küstengebiet Höga Kusten in der schwedischen Provinz Västernorrlands herausgesucht. Der Platz liegt direkt am See und wir haben nochmals Glück, den besten Stellplatz ever gebucht zu haben. Schönes Wetter gibt es obendrauf. Hier wird der Frischwassertank aufgefüllt, das Abwasser abgelassen und die Latrine entleert. Duschen und Strom sind ebenfalls im Preis von 270 SK pro Nacht inklusive. Völlig in Ordnung für diese Aussicht.

Besonders schön ist auch der Stellplatz auf der Insel Andersön in der Nähe von Östersund. Östersund ist eine hübsche Stadt mit eigenem Hafen, Badestrand und Skigebiet! Fährt man aus Östersund raus, landet man in einer wundervollen Landschaft, wie man sie von Schweden kennt. Rote Holzhäuser, grüne Wiesen, Kühe und Pferde überall und Seen. Unser Stellplatz liegt mitten im Naturreservat auf der Insel Andersön. Viele Schweden kommen hier zum Zelten her. Die Luft ist frisch und klar, ich pflücke Blaubeeren, von denen das nordische Land unendlich viele hat, lasse Steine im See hüpfen und setze mich mit meinem Kakao ans Lagerfeuer.

Am 5. und 6. Tag spielt das Wetter leider nicht mehr mit. Es regnet sich ein und es ist kalt. Mit solchen Wetterumschwüngen muss man beim Camping in Schweden rechnen. Hier bin ich für unseren geräumigen Luxus-Camper besonders dankbar. Wir nutzen die Tage, um zurück nach Stockholm zu fahren – auch, wenn wir viel lieber noch weiter in den Norden gefahren wären. Denn gerade der Norden lockt mit seinen wunderschönen Nationalparks und Wasserfällen. Und Elchen. Doch auch Mittelschweden und Västernorrland haben natürlich die typischen Landschaften zu bieten, die einen direkt nach Bullerbü bringen!

Unsere Route für 1 Woche im Überblick

Bålsta – Abholung des TUI Campers

Uppsala – trubelige Studentenstadt mit tollen Cafés und Restaurants

Gävle – charmanter, kleiner Ort mit hübscher Altstadt

Höga Kusten – imposante Högakustenbron (Brücke), nahe des Nationalpark Skuleskogen

Hammarstrand – hübsche Ortschaft nahe des Döda fallet

Östersund & Insel Andersön – einzige Stadt der Region Jämtland mit toller Natur und einer riesigen Auswahl an Outdoor-Möglichkeiten

Falun – bekannt für seine Kupfermine, hier kommt die Farbe Falunrot her, die Anstrichfarbe der berühmten roten Holzhäuschen

Camping in Schweden: Tipps von einem Camperneuling

Frischwasser/Abwasser/Müllentsorgung

Frischwasser auffüllen, die Latrine entleeren und Abwasser wegkippen muss jeder mal. Es gibt zahlreiche (kostenfreie) öffentliche Entleerungsstationen in Schweden, vor allem an Raststätten, die ihr dafür nutzen könnt. Nicht jeder Rastplatz bietet jeden Service. Schaut daher am besten auf dieser Karte, welcher Service an welcher Raststation zu finden ist und oder auf dieser Karte. Frischwasser auffüllen könnt ihr auch prima an Tankstellen. Und gegen eine kleine Gebühr sind natürlich auch Campingplätze erste Anlaufstelle der Entsorgung und Frischwasserauffüllung. Viele von ihnen bieten mit der Camperclean Reinigungsstation den perfekten Service. Die beste Station, die wir hatten, war die in Gävle. Alles vorhanden, sogar Strom!

Wichtige Vokabeln hierfür: Latrineentleerung = latrintömning; Frischwasser = färskvatten; Abwasser = avlopp

Aus eigener Erfahrung muss ich sagen: Nutzt beim Camping in Schweden jede Möglichkeit der Entleerung und Frischwasserauffüllung. Gerade in Schweden kann es etliche Kilometer keine Station geben und dann steht man da. Die Entleerung in der Natur ist natürlich strengstens verboten und keine Option! Plant vor Rückgabe eures TUI Campers also unbedingt eine Station ein, damit ihr den Camper sauber zurückgeben könnt.

Schlafplätze finden mit der App Park4Night

Für waschechte Camper gehört die App Park4Night wahrscheinlich schon längst zum Inventar. Bei Neulingen ist sie vielleicht noch unbekannt. Sehr empfehlenswert, um einen abgelegenen Stellplatz zu finden. Ansonsten könnt ihr natürlich auch Google Maps nutzen und hier die Satelittenfunktion, um nette Plätze zu finden.

In Schweden könnt ihr (fast) alles mit der Kreditkarte bezahlen – aber eben nur fast alles!

Kleingeld kann sinnvoll sein. Für einen guten Kaffee in einem abgelegenen Café (nicht überall kann man mit Karte zahlen) oder um an einem der beliebten privaten Flohmärkte (Löppis) anzuhalten. Die App Swish ermöglich mobile Zahlungen und wird in Schweden gern genutzt (im Gegensatz zu paypal).

Viele Tankstellen bieten keinen Service und so zahlt ihr direkt an einer Maschine. Dafür benötigt ihr unbedingt eine Kreditkarte.

Regeln gibt es auch in Schweden

Auch wenn in Schweden Jedermannsrecht gilt, in Naturreservaten und Nationalparks gelten eigene Regeln, auf die man achten sollte. Möglicherweise dürft ihr hier gar nicht zelten oder aber max. eine Nacht.

Grillplätze gibt es fast an jedem Rastplatz und oftmals steht sogar Feuerholz bereit. Wer davon Gebrauch macht, sollte darauf achten, dass es keinesfalls gestattet ist von lebenden Bäumen und Sträuchern etwas abzureißen, Rinde abzuschaben oder umgestürzte Bäume als Brennholz zu nutzen. Stellt natürlich auch sicher, dass das Feuer wirklich gelöscht ist, bevor ihr euch zum Schlafen aufmacht.

Das Zerstören der Natur ist strengstens untersagt. Daher verlasst euren Übernachtungsort genauso wie ihr ihn vorgefunden habt. Nehmt euren Müll mit, müsst ihr euch mal im Notfall in der Natur erleichtern, hinterlasst ihr kein Papier und vergrabt eure Hinterlassenschaften.

Blitzer gibt es in Schweden zuhauf. Ihr werdet vorher durch ein Straßenschild darauf hingewiesen. Innerorts fahrt ihr zumeist 40 bis 50 km/h, außerorts 70 bis 100 km/h. Auf Autobahnen gilt in der Regel eine Höchstgeschwindigkeit von 110 bis 120 km/h.

Das waren meine Tipps für eueren Campingausflug in Schweden. Habt ihr weitere? Dann freu ich mich auf diese in den Kommentaren. Denn eines ist sicher: Das nächste Mal geht es mit dem eigenen Camper in den Norden 🙂


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