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Rund ums Fliegen

Flugzeugenteisung – So werden die Flugzeuge von Schnee und Eis befreit

22.02.2021
Damit du auch in der kalten Jahreszeit sicher in den Urlaub starten kannst, müssen Flugzeuge vor jedem Flug von Schnee und Eis befreit werden. Schon eine dünne Raureifschicht auf den Flügeln oder dem Leitwerk verändert die aerodynamischen Eigenschaften eines Flugzeugs beträchtlich. Zudem erhöht sich das Gewicht und die Steuerflächen können blockiert werden. Daher muss vor Abflug alles restlos entfernt werden. Hier erfährst du alles über Flugzeugenteisung.

Der Unterschied zwischen De-Icing und Anti-Icing

Wie umfangreich die Enteisung eines Flugzeuges erfolgt, hängt vom Wetter ab. Gleiches gilt für das Enteisungsmittel, das zum Einsatz kommt und das Verhältnis von Wasser und Glykol. Man unterscheidet daher zwischen De-Icing und Anti-Icing.

Beim De-Icing ist das Flugzeug mit Schnee und Frost überzogen und muss erst davon mit einem Gemisch aus Wasser und Glykol befreit werden. Beim Anti-Icing legt sich die Enteisungsflüssigkeit wie ein Schutzfilm um das Flugzeug, um eine erneute Eisbildung bis zum Start zu verhindern. Die Dauer, die das Flugzeug dann eisfrei bleibt, nennt man Holdover Time. In dieser Zeit muss das Flugzeug dann starten.

Ist das Flugzeug eingeschneit, werden beide Arbeitsschritte, also sowohl De-Icing als auch Anti-Icing, durchgeführt. Hier werden zuerst der gesamte Rumpf, die Tragflächen, das Höhen- und Seitenleitwerk (Stabilizer), aber auch die beweglichen Teile unter den Tragflächen, wie Klappen, Querruder, Stellmotoren, von einem Spezialfahrzeug des Flughafens mit dem ca. 60 Grad heißen Wasser-Glykol-Gemisch enteist.

Anschließend folgt ein zweiter Durchgang, das Anti-Icing. Dabei ist das Gemisch durch den Zusatz eines Verdickungsmittels zähflüssig und haftet an den Oberflächen. So verhindert es erneuten Eisansatz. Der gesamte Prozess dauert bei einer Boeing 737, die bei TUI fly im Einsatz ist, durchschnittlich 15-20 Minuten. Bei einem A380 kann die Prozedur sogar eine dreiviertel Stunde dauern.

Flugzeugenteisung: Sicherheit geht vor

Daher kann sich deine geplante Abflugzeit schnell verschieben, insbesondere wenn in der Rush-Hour viele Maschinen vor dem Start enteist werden müssen. Aber Sicherheit geht nun einmal vor Pünktlichkeit.

Die Enteisungsmittel haben unterschiedliche Farben: Im ersten Arbeitsschritt ist es meist orangefarben, im zweiten dagegen gelb. Durch die Signalfarben kann der Enteiser erkennen, wie gleichmäßig das Mittel aufgebracht ist.

Ist das Flugzeug an einem kalten Wintertag nicht von Schnee und Eis überzogen, reicht es oftmals, nur mit Anti-Icing dafür zu sorgen, dass das Flugzeug beim Start nicht vereist. Dies kann auch schon nach sechs Minuten abgeschlossen sein.

Ressourcen und Umwelt im Blick

Bei der Enteisung von Flugzeugen entsteht Abwasser. Das abtropfende Wasser wird in der Regel zu 100 Prozent aufgefangen, in Klär- und Bodenfilteranlagen gesammelt und von kleinsten Bakterien gereinigt. Anschließend gelangt es ohne Rückstände zurück in den Wasserkreislauf.

Bei der Flugzeugenteisung kommen ganz spezielle Fahrzeuge zum Einsatz

Eine Flugzeugenteisung wird immer von Spezialfahrzeugen des Flughafens durchgeführt. Sie sehen auf den ersten Blick aus wie gewöhnliche LKW, doch im Inneren steckt jede Menge Technik. Gesteuert wird das Fahrzeug von einem Mitarbeiter, der in einer schwenkbaren Kanzel sitzt. Diese ist bis auf 11 Meter Höhe ausfahrbar. Per Joystick lässt sich das Fahrzeug hin- und her rangieren, die Kanzel drehen, hoch- bzw. runterfahren und mit dem Sprüharm zielgenau sprühen. Aufgrund des langen, rüsselähnlichen Sprüharms, werden die Fahrzeuge teilweise auch augenzwinkernd als Elefant bezeichnet.

Da eine Flugzeugenteisung schnell durchgeführt werden muss, um zu verhindern, dass sich neue Eis- und Schneeschichten bilden, übernehmen oft zwei Fahrzeuge gleichzeitig die Arbeit an einem Flugzeug.

Anschließend ist das Flugzeug „Ready for departure“ und rollt direkt zur Startbahn. In der Luft selbst kommen bordeigene Systeme des Flugzeugs zur Enteisung an den Tragflächenvorderkanten und an den Triebwerken zum Einsatz.


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