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Meeresrauschen

Santorin – der blaue Vulkan: Wir stellen euch das Luxus-Reiseziel vor

07.02.2020

(Fast) Jede griechische Insel hat ihre eigene Entstehungssage. Santorin, beziehungsweise die Vulkaninsel die es vor der Explosion war, verdanken wir Euphemos, dem Sohn des Poseidon, der damals einen Klumpen Erde in das ägäische Meer warf. So unspektakulär die Geschichte klingt, so spektakulär ist die Inselgruppe, die heute zu den Sehnsuchtszielen schlechthin gehört. Autor Stefan Nink war schon öfter auf dem schönen Kykladen-Archipel zu Besuch und ist immer wieder so verzaubert wie beim ersten Mal.

Das erwartet euch in diesem Artikel:

1. Fakten, Fakten, Fakten: Das ist Santorin

1.1. Wann ist die beste Reisezeit auf Santorin?
1.2. Wie komme von A nach B?
1.3. Was sollte ich auf Santorin essen?
1.4. Was gehört zu den beliebtesten Mitbringseln aus Santorin?

2. Was die Schönheit der Insel ausmacht

3. Santorin in Ruhe: So entgeht ihr den Massen

4. Das müsst ihr gesehen haben!

5. Unsere Hoteltipps

Es ist noch früh an diesem Morgen in der Ägäis, nicht mehr ganz dunkel, noch nicht wirklich hell, draußen über dem Meer liefern sich Tag und Nacht ihr allmorgendliches Handgemenge, und die Hotelgartentür gibt beim Öffnen ein Geräusch von sich, von dem man ahnt, ach was: von dem man weiß, dass man selbst davon wach geworden wäre. Aber dann steht man schon auf der Gasse, und die Gasse ist: leer. Kein Mensch zu sehen, kein Einheimischer, kein Tourist, selbst den Inselkatzen scheint es noch zu früh zu sein.

Die Luxusboutiquen von Firá sind verrammelt, die Souvenirläden ebenfalls, und drüben bei Irini stehen die Tavernenstühle gestapelt wie moderne Kunstwerke. Santorin schläft noch. Erholt sich vom nächtlichen Treiben, rüstet sich gegen den Trubel, der zum Vormittag wieder einsetzen will. Drüben an der Klippe kann man den Pfad sehen, der hinüber nach Oia führt und auf dem jetzt niemand sonst unterwegs sein wird. Über dem Meer hängt ein blasser Mond, er wirft einen schwachen Lichtstreifen auf das anthrazitfarbene Wasser. Ein Fischerboot kreuzt ihn; es sieht aus, als gleite es im Scheinwerferlicht, einen Schwarm Möwen im Schlepptau. Ihr aufgeregtes Zetern ist bis nach oben zu hören. Für einen Moment ist es, als halte die Zeit die Luft an.

Santorin ist so. Man glaubt, es in- und auswendig zu kennen, alles gesehen zu haben, überall gewesen zu sein – und plötzlich entsteht einer dieser magischen Momente, den man so noch nicht erlebt hat auf der Insel. Das kann einem jederzeit so gehen, meistens aber passiert es am frühen Morgen.

Wenn es stimmt, dass jede Insel auf der Welt ihre eigene, innere Zeit besitzt – dann sind die frühen Stunden des Tages diejenigen, in denen Santorin ganz bei sich selbst ist.

Fakten, Fakten, Fakten: Das ist Santorin

Die berühmteste aller Kykladeninseln liegt nördlich von Kreta, hat etwa 25.000 Einwohner und ist geformt wie ein seitenverkehrtes großes C. Wenn man dieses C in Gedanken zu einem O ergänzt, geht man der Vergangenheit der Insel von der Form her auf den Grund.

Santorin ist ein Vulkan, und wer von seinem Rand hinunter aufs Meer blickt, schaut gewissermaßen in seinen Krater. Zum – bislang – letzten Mal ausgebrochen ist der Feuerberg vor etwa 3.600 Jahren; kein Stein blieb damals auf dem anderen. Als alles vorbei war, war das alte Santorin verschwunden. Seitdem herrscht eine möglicherweise trügerische Ruhe.

Vulkane haben Menschen schon immer angezogen. Ihre Böden sind fruchtbar, weil die Lava große Mengen Mineralien aus dem Erdinnern nach oben fördert. Wein, Pistazien, Feigen, Gemüse und Getreide, alles wächst besser auf Vulkanboden. Und natürlich neigt der Mensch zur Verdrängung und setzt lieber auf sein Glück, nach dem Motto: Ach, da ist doch jetzt schon ewig nichts mehr passiert, der Vulkan ist bestimmt längst erloschen, da können wir doch hinziehen. Deswegen haben die Menschen auch Santorin schon bald nach der Katastrophe wieder besiedelt. Zuerst kamen die Phoenizier, anschließend Römer, Byzantinier, Venezianer und Osmanen. Orte wie Firá und Oia entstanden, mit ihren verschachtelten Häusern, die sich tollkühn am Kraterrand festkrallen und so blendend weiß sind, dass es vom Meer aus scheint, als liege Schnee auf der Insel.

Irgendwann entdeckte dann auch die Tourismusindustrie Santorin. Im vergangenen Jahr rückten etwa zweieinhalb Millionen Besucher an. Etwa zweieinhalb Millionen von ihnen holten bereits auf der Fahrt zum Hotel Kamera oder Smartphone aus der Tasche.

Wann ist die beste Reisezeit auf Santorin?

Noch bis vor einigen Jahren war Santorin ausschließlich eine Destination für den Sommerurlaub – sobald das letzte Kreuzfahrtschiff abfuhr, wurden die Hotels geschlossen und die Esel bis zur nächsten Saison entlassen. Mittlerweile ist das anders, immer mehr Entspannungssuchende reisen über die Wintermonate an, die wettertechnisch mit unserem Herbst vergleichbar sind. Die beliebteste Reisezeit ist jedoch nach wie vor von Juni bis September, wenn die Temperaturen über 26 Grad liegen und das Meer mit bis zu 25 Grad die perfekte Badetemperatur hat.

Wie komme ich auf Santorin von A nach B?

Das Straßennetz auf der kleinen Insel ist gut ausgebaut und jeder Ort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Der zentrale Busbahnhof liegt in der Hauptstadt Firá von dort aus erreichen Sie: in gerade mal zehn Minuten den Flughafen, nach Oía benötigen Sie 30- und nach Perissa 20 Minuten. Die Busse verkehren regelmäßig auch in den Wintermonaten, von etwa sechs bis 22 Uhr. In der Hochsaison bietet es sich an für die Busfahrten etwas mehr Zeit einzuplanen, sind die Busse voll, fahren sie oft an den Haltestellen vorbei insofern keiner aussteigen möchte. Unabhängiger sind Sie mit einem Mietwagen – und noch flexibler mit dem Scooter oder E-Bike.

Was sollte ich auf Santorini essen?

So exklusiv Santorin ist, so bodenständig sind doch viele der typischen Speisen der kleinen Inselgruppe. Zu den bekanntesten Gerichten gehören Fáva, ein Pürree aus gelben Erbsen, Zitronensaft, gutem Olivenöl und vielen Zwiebeln, Ntomatokeftedes, Tomatenküchlein aus den süßen Santorini-Tomaten und Dolmadakia, mit Lammfleisch und Minze gefüllte Weinblätter. 

Um das Best-Off-Santorin-Geschmackserlebnis abzuschließen empfiehlt sich ein Glas trockener Nykteri oder ein süßer Visanto

Der Weinanbau auf Santorin hat Tradition – Archäologen schätzen dass er dort seit 5000 Jahren betrieben wird. Auf dem fruchtbaren vulkanischen Boden wachsen 30 autochtone (dort entstandene) Rebsorten. Anders als bei uns wachsen die Weinreben nicht zu kleinen Bäumchen heran, sondern werden am Boden zu niedrigen Kränzen geflochten – dadurch sind die Trauben die nach innen wachsen vor den starken Winden geschützt.

Was gehört zu den beliebtesten Mitbringseln aus Santorin?

Große Shoppingoutlets sucht man auf der kleinen Insel leider vergeblich. Auf Thira kauft man Kunst: Tonarbeiten, hochwertige Skulpturen aus Marmor, Glas und Edelmetallen werden an der Kraterrandgasse von Oía und nahe der Kathedrale von Firá angeboten – manche Händler bieten sogar einen Kurierdienst an, der die neu erstandene Kunst direkt nach Hause liefert.

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2. Santorin: Was die Schönheit der Insel ausmacht

Warum Thira – wie die Insel auf Griechisch heißt – einer der meistfotografierten Orte der Welt ist: Das versteht man spätestens in jenem Moment, in dem man zum ersten Mal auf die Terrasse seines Hotels tritt, irgendwo in Firá oder Oia.

Tief unter einem und bis hinaus in alle Ewigkeit: das Meer. Rechts und links: jene weißen kubistischen Hauswürfel, die hier weißer und kubistischer zu sein scheinen als auf jeder anderen Kykladeninsel. So, wie Santorin selbst bezaubernder ist als jedes Foto von Santorin und deswegen bereits in kleinsten Dosierungen wirkt. Es fällt einem zum Beispiel unglaublich schwer, besagte Hotelterrasse wieder zu verlassen. Man sitzt da, trinkt einen Kaffee, trinkt ein Wasser, trinkt einen Wein, sitzt da und sieht zu, wie die Zeit vorübergeht.

Es ist still auf diesen Terrassen hundert Meter über dem Meer, die dicken Mauern schlucken allen Lärm von außerhalb; manchmal ist lediglich das Klackern der Eiswürfel im Eiskaffee zu hören, den ansonsten geräuschlose Angestellte bringen. Wenn man lange genug wartet, versinkt die Sonne hinter der Ägäis, und man muss die Augen zukneifen, weil dann alles funkelt und blitzt und glitzert, als habe sich das Wasser in flüssiges Gold verwandelt. Wenn man den Blick vom Meer abwenden kann und sich umdreht und Santorin selbst betrachtet, scheint es zu leuchten. Von innen heraus. Aus sich selbst.

Seine Schönheit ist Thira in den vergangenen Jahren allerdings ein bisschen viel geworden. Es gab Tage, an denen stürmten 15.000 Kreuzfahrer die Treppen nach Firá hinauf (die Verwaltung hat die Zahl mittlerweile auf 8.000 beschränkt) und das Meer mit all den ankernden Schiffen sah aus wie damals die See vor Troja, kurz bevor die Schlacht um die Stadt begann. Dass die Insel in amerikanischen Braut und Bräutigam-Magazinen als ultimatives Ziel für Hochzeiten gepriesen wird, macht die Sache nicht einfacher. Dazu kommen Instagram-Influencer, YouTuber und all die anderen Sonnenuntergangs-Junkies mit ihren Selfiesticks.

Und seit Santorin vor ein paar Jahren Kulisse für einen Film namens Beijing Love Story spielte, den in China 400 Millionen Menschen gesehen haben, wächst allein die Zahl der Besucher von dort Jahr für Jahr im dreistelligen Prozentbereich. Mittlerweile bleiben beinahe 150 Hotels rund ums Jahr geöffnet. Wenn die Insel es schafft, sich als Ganzjahresdestination zu etablieren, würde die Situation in der Hochsaison wahrscheinlich schnell entspannter .

Man sagt übrigens, die Santoriner selbst hätten kein Auge für die beinahe schon kitschige Schönheit ihrer Heimat – sie würden lieber viel Geld verdienen und zugleich gotteslästerlich auf die Regierung in Athen schimpfen, und vielleicht ist das tatsächlich so. Möglicherweise wollen sie ihre Insel aber auch einfach ein wenig für sich behalten. Nicht jeden schmalen Weg auf jedem Stadtplan eingezeichnet haben. Nicht alle ihre Lieblingsflecken von Fremdenführern ausgeplaudert wissen. Vielleicht sorgen sie sich um ihre Insel und wollen nicht alle Orte ihrer Jugend erobert sehen von lärmenden chinesischen Reisegruppen und jungen Frauen in Bikini-Tops, die sich für ihr Selfie schnell noch die Lippen nachziehen. Vielleicht möchten sie einfach, dass man ihrer Heimat das eine oder andere Geheimnis lässt.

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3. Santorin in Ruhe: So entgeht ihr den Massen

Rund 17.000 Touristen strömen in der Hochsaison täglich nach Santorin. Es ist gar nicht so einfach, auf der südlichsten Kykladen-Insel einen wirklich ruhigen Moment zu erleben – aber auch nicht unmöglich. Hier kommen fünf Tipps, um den Massen zu entgehen.

Tipp 1: Nicht mit dem Kreuzfahrtschiff anreisen.

Wer Santorin im Rahmen einer Kreuzfahrt besucht, hat wenig Chancen, dem Rummel zu entkommen: Zusammen mit tausenden anderen muss er sich vom Ankerplatz in der Caldera an Land shuttlen lassen und später wieder zurück. Und ja: Man kann sich das Gedränge und Geschubse am Anleger und anschließend hinauf tatsächlich vorstellen wie den Sturm einer mittelalterlichen Zitadelle (ohne Pfeile und Pech und Schwefel natürlich). Deswegen: Besser nicht. Lieber mit der Fähre kommen. Oder auch mit dem Flieger. Und auf jeden Fall mehrere Nächte bleiben. Den Zauber des Sternenhimmels über den weiß schimmernden Häusern Santorins verpassen Kreuzfahrer nämlich auch.

Tipp 2: Nicht im Hochsommer kommen.

Klingt logisch, wird aber viel zu selten beherzigt. Mai ist ein viel besserer Reisemonat als Juli oder August. Ende September, Anfang Oktober ist auch super. Viele Hotels haben mittlerweile sogar das ganze Jahr über geöffnet. Im Winter machen die meisten Ladenbesitzer zwar dicht (und fahren nach Florida in Urlaub), aber, ganz ehrlich: Kommt wirklich jemand zum Shoppen nach Santorin? Die Hotelpreise sind im Winter sowieso deutlich niedriger. Und man kann tatsächlich auch mal eine längere Strecke zu Fuß gehen, ohne sich in der Hitze aufzulösen.

Tipp 3: Früh aufstehen. Sehr früh aufstehen.

Funktioniert auch in der absoluten Hochsaison: Früh morgens, also: ganz früh morgens hat man die Insel so gut wie für sich allein – selbst an den populärsten Instagram-Spots ist dann niemand. Tagsüber kann man dem Trubel ja dann auf dem Privatbalkon seines Hotels entgehen. Und erst wieder abends losziehen, wenn die Kreuzfahrttouristen an Bord beim All-you-can-eat-Buffet anstehen.

Tipp 4: Unbekanntere Orte erkunden.

Oia und Firá muss man natürlich gesehen haben – aber auch die Orte im Inselinnern sind nett. Messaria, Emporio, Pyrgos und Vothonas bieten zwar keinen Blick hinunter in die Caldera, sind aber natürlich trotzdem typische griechische Inselorte, also: Enge Gassen, überall Blumenkübel, mauzende Katzen und alte Männer, die im Kafénion sitzen, mit ihrem Komboloi klackern und über Gott und die Welt nachdenken.

Tipp 5: Das Hinterland entdecken.

Die Insel hat mehr zu bieten als den Kraterrand zwischen Firá und Oia: Santorin ist nett zum Wandern und Mountainbiken. Und natürlich kann man mittlerweile auch E-Bikes leihen. Außerdem gibt es ein gutes und sehr preiswertes Busnetz für alle, die abends nicht ewig einen Parkplatz für den Mietwagen suchen wollen.

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4. Das müsst ihr gesehen haben!

Sehen, schauen, spazieren gehen: Viel mehr muss man hier nicht tun. Langweilig wird das nie. Die Tourismusindustrie verkauft Santorin ja gerne als Beach-Destination, und tatsächlich gibt es auf der kraterabgewandten Ostseite einige schöne Strände.

TOP 1: Die magischen Panoramen

Der Unique Selling Point der Insel aber sind (neben den fantastischen Hotels) ihre magischen Panoramen; in der großen, weiten Ägäis existiert nichts Vergleichbares, kein Eiland, das Ähnliches zu bieten hätte. Die schönsten Ausblick-Stellen lassen sich übrigens alle zu Fuß erreichen. Mittlerweile ist ein Dutzend scenic walking routes ausgeschildert. Die spektakulärste Strecke ist die von Firá nach Oia, immer am Rande des Kraters entlang.

Entlang dieser Route sieht Santorin an etlichen Stellen bis ins kleinste Detail durcharrangiert aus: Der blaue Türrahmen passt zu den blauen Fensterläden, und die passen zum blauen Gartenzaun, und der wiederum zu den blauen Kuppeln der Kirchen. Die Katzen liegen so malerisch auf den weiß verputzten Treppenstufen, dass man sie für Attrappen hält. Und wenn man nicht sehen würde, wie schwer sich die verhutzelten Großmütterchen auf den steilen Treppen abmühen – man könnte sie für Statistinnen im Dienste der Fremdenverkehrswerbung halten. Anders gesagt: So wie Santorin würde man eine griechische Insel anlegen, wenn es noch keine griechische Insel geben würde.

TOP 2: Die einzige Buchhandlung der Insel

Der wahrscheinlich beste Ort, der Seele Santorins näherzukommen, ist die einzige Buchhandlung der Insel. Vier amerikanische College-Abbrecher haben Atlantis Books 2004 gegründet, in einer ehemaligen Kapitänswohnung in Oia, dort, wo Santorin von einem Schritt auf den anderen zu Ende ist. Weil immer wieder junge Leute aus aller Welt aushalfen und anpackten, ist Atlantis Books 16 Jahre später immer noch da. Und noch immer arbeiten hier belesene und gebildete Menschen, die einem alles über die Insel erzählen können.

TOP 3: Die Ausgrabung von Akrotiri

Welche Folgen der Vulkanausbruch damals hatte zum Beispiel. Die Eruption löste wahrscheinlich einen gewaltigen Tsunami aus, der auf Kreta offenbar die komplette minoische Kultur auslöschte. Wie sich deshalb das Machtgefüge im Mittelmeerraum verschob, wie das klassische Griechenland entstand, weil das einst mächtige Kreta keine Rolle mehr spielte. Dass Europa heute möglicherweise ein anderes Europa wäre, wenn der Vulkan damals nicht ausgebrochen wäre. Die Schockwellen der Eruption hallten derart im kollektiven Gedächtnis der Mittelmeerkulturen nach, dass Platon später angeblich vermutete, im Krater von Santorin liege das mystische Atlantis versunken.

Anderswo würde man aus einer solchen Steilvorlage übrigens einen Höllenrummel entfachen, vom Erlebnispark bis zum „Der Tag, an dem die Welt unterging“-Musical mit Vicky Leandros in der Hauptrolle. Auf Santorin gibt es nichts davon, nur die Ausgrabungen der damals zerstörten Stadt Akrotiri zeugen von der Katastrophe. Wahrscheinlich hat man hier schon sehr früh gelernt, dass man die Götter besser nicht herausfordern sollte, wenn man am Rande eines Vulkankraters lebt. Auf einem kleinen Stück Land mitten im Meer.

TOP 4: Open-Air-Kino in Kamari

Statt in den Erlebnispark kann man abends nach Kamari ins Open-Air-Kino gehen, das geformt ist wie ein altes hellenisches Amphitheater. Hier treffen sich einheimische Paare, Jugendliche und ein paar Touristen; sämtliche Filme laufen in der Originalsprache. Man sitzt in Stühlen mit Leinenlehne, isst Popcorn und trinkt das inseleigene „Yellow Donkey“-Bier, während die Grillen in den Bäumen ihre Beinchen aneinanderreiben, als wollten sie unbedingt zum Soundtrack des Films beitragen. Die Kinobetreiber halten Decken bereit. An Frühlingsabenden kann es noch kühl werden in der Ägäis.

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5. Unsere Hoteltipps

  • San Antonio in Imerovigli: Sanft eingefügt in eine Höhlen-Formation bietet das Luxus-Boutiquehotel 25 romantische Zimmer und Suiten, einen üppigen Garten und unvergessliche Ausblicke auf die Weite de Ägäis. Vor allem Honeymooner schätzen die private und liebevolle Atmosphäre des Hotels.
  • Santo Maris in Oia: Boho-Chic, delikate griechische Küche und ein feiner Spa, getragen von einem fürsorglichen Staff und gegründet auf Nachhaltigkeit, machen aus dem 5-Sterne-Haus ein Zuhause auf Zeit.
  • Andronis Concept in Imerovigli: Minimalistisch sind die 27 Suiten des intimen Luxus-Hotels gehalten, nichts soll vom größten Highlight Santorins ablenken: dem goldfarbenen Sonnenuntergang über dem Meer. Alle Suiten sind mit einem eigenen Pool ausgestattet.

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© Fotos: Oliver Raatz, Stefan Nink


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