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Fahrradfahren für eine bessere Zukunft: Mein Besuch des Pikala-Projekts in Marrakesch

23.09.2019

Marokko ist bekannt für seine märchenhafte Architektur, seine atemberaubenden Landschaften sowie für die bunten, orientalischen Märkte. Marokko wird aber auch mit wirtschaftlichen Problemen, wie extrem hoher Arbeitslosigkeit, insbesondere unter den jungen Marokkanern, in Zusammenhang gebracht. Die TUI Care Foundation unterstützt in Kooperation mit der niederländischen Organisation Pikala die Jugendlichen und verhilft ihnen zu einer besseren Zukunft. Wie? Das erfahrt ihr in diesem Beitrag, denn unsere Nachhaltigkeitsbeauftragte Franziska Tritscher hat das Pikala Projekt in Marokko besucht.

Jugendliche in Marokko bekommen oftmals keine Chance auf eine Ausbildung. Und ohne Ausbildung wird es schwer einen Beruf zu finden. 22 Prozent der jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sind arbeitslos. Die TUI Care Foundation macht daher gemeinsame Sache mit der niederländischen Organisation Pikala, um junge Menschen als Fahrradreiseführer oder Fahrradmechaniker auszubilden und sie in die Grundlagen unternehmerischer Selbstständigkeit einzuführen. So werden die Zukunftschancen der Jugendlichen verbessert und der Tourismus gestärkt. Die Touristen können auf den geführten Fahrradtouren ein ganz anderes Marrakesch entdecken.

Pikala Fahrradtour

Insgesamt 90 jungen Marokkanerinnen und Marokkanern wird die Ausbildung zum Fahrrad-Touristenführer angeboten.

Vor Ort beim Pikala Projekt in Marrakesch

Mitten in der Altstadt Marrakeschs, auf dem Gelände eines ehemaligen Schrottplatzes gelegen, findet man etwas versteckt die Werkstatt von Pikala. Die Gründerin Cantal Bakker begrüßt uns und berichtet sogleich von ihrem Herzensprojekt, während sie uns herumführt. Sie hat lange für den Umzug der Werkstatt gekämpft. Früher war der Standort außerhalb von Marrakesch, was natürlich nicht ideal war.

Fahrradfahren ist in Marokko nicht hoch angesehen, denn es gilt als das Fortbewegungsmittel der Armen.

Viele können auch gar kein Fahrrad fahren. Die meisten greifen daher auf das Auto zurück und so fahren auf den staubigen Straßen alte, teils nicht mehr gewartete PKWs und Motorroller – die Luftverschmutzung ist extrem hoch.

Inzwischen wird das Pikala Projekt aber sehr gut akzeptiert und macht Fahrradfahren immer mehr zu einem Fortbewegungsmittel für alle. Das hat nebenbei den tollen Effekt, dass es natürlich sehr viel umweltfreundlicher ist.

Pikala Tour Fahrradreparatur

Die Teilnehmer lernen u.a., wie ein Fahrrad repariert wird.

Die Werkstatt ist in einer großen luftdurchlässigen, aber schattigen Lagerhalle untergebracht. Ich bin überwältigt von dem Ambiente und der Atmosphäre und habe das Gefühl, ein junges Innovation-Lab zu betreten.

Fahrräder hängen sortiert an der Wand, es ist sehr aufgeräumt, etwas alternativ.

Hunde laufen herum und junge Marokkaner schrauben an den Fahrrädern. Insgesamt 90 jungen Marokkanerinnen und Marokkanern wird die Ausbildung zum Fahrrad-Touristenführer angeboten, 36 Programmteilnehmer sind direkt bei Pikala angestellt. Es gibt eine kleine Sitzecke und einen Platz zum Lernen mit einer Tafel, wo die jungen Marokkaner Englisch- und Arabischunterricht bekommen. Die Werkstatt ist wie eine ruhige, kühle Oase – und das mitten in der Altstadt von Marrakesch. Außerdem gibt es eine kleine Küche und etwas versteckt befinden sich einige Büroräume. Neben der Werkstatt gibt es einen schönen Garten mit Fahrradlernparcour, wo jeder, der mag – nicht nur die Azubis – Fahrradfahren üben kann.

Pikala Tour

Junge Männer schrauben an den Rädern, die Atmosphäre hier ist entspannt.

Die Ausbildung von Frauen im Fokus

Ich unterhalte mich mit einer jungen Frau, die mir sehr stolz von ihren Aufgaben berichtet. Sie wurde einst auch zur Fahrradreiseführerin ausgebildet. Sie mochte es allerdings nicht so gerne vor Menschen zu reden. Heute managt sie das gesamte finanzielle Back-Office und hat ihre Leidenschaft in der Buchhaltung entdeckt. Ich finde es toll, dass auch Marokkanerinnen durch dieses Projekt die Möglichkeit bekommen, sich weiterzubilden und einen Beruf ergreifen zu können.

Denn eigentlich ist der Beruf des Fahrradreiseführers ein Männerberuf in Marokko.

Ein weiteres Highlight meines Besuches ist das selbstgebaute Pfannkuchen-Fahrrad – ein buntes Fahrrad, auf dem die traditionellen marokkanischen Teig-Pfannkuchen zubereitet werden, höchstpersönlich vom Chef-Mechaniker umfunktioniert. Er bildet die Jugendlichen aus und baut nebenbei alte Fahrräder um – wahre Kunstwerke!

Eine Fahrradtour durch das wahre Marrakesch

PIKALA TOUR BUCHEN

Entdeckt La Palmeraie in Marrakesch und macht bei einer Pikala-Fahrradtour mit!

Hier könnt ihr die Sightseeing Tour mit dem Rad buchen

Natürlich mache ich auch eine Fahrradtour durch Marrakesch mit. Wir fahren nicht die typischen Touristenrouten, sondern entdecken ein ganz anderes Marokko. So erkunden wir ein schönes, ruhiges französisches Wohnviertel, machen einen Zwischenstopp in dem tollen, alternativen Restaurant Café Clock mit einer Dachterrasse mit Blick über die ganze Stadt – wunderschön!

Auf der Radtour bekommen wir auch etwas von dem richtigen Leben in Marrakesch mit. Diese Situation hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Wir klettern durch ein Mauerloch und lernen hinter dieser Wand einen Mann kennen, der ein Hamam beheizt. Bereits sein ganzes Leben lang. Es gibt kein Fenster, es ist eng, heiß und dreckig. Hier, hinter dieser Mauer, arbeitet dieser Mann und hier lebt er auch.

Pikala Tour

Bei den Pikala Fahrradtouren bekommt ihr das wahre Marrakesch gezeigt.

Pikala Tour durch Marrakesch

Es geht durch La Palmeraie – eine grüne Oase inmitten einer der rauesten Landschaften der Erde

Dieser Besuch des Pikala-Projekts war umwerfend und ich denke sehr gerne daran zurück.

Es hat mir nicht das touristische Marrakesch gezeigt, sondern das reale Leben in dieser Stadt der Gegensätze.

Es war eine Bereicherung für mich, es ist aber auch eine Bereicherung für viele junge Marokkanerinnen und Marokkaner, die durch Touristen Arbeit bekommen und einer positiven Zukunft entgegen blicken können.


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