Ein Rentier in einer verschneiten Landschaft, am dunklen Himmel Sterne und grüne Polarlichter, im Hintergrund Berge, Lappland

Wo kann man Polarlichter sehen? Diese Orte liefern die besten Chancen

Dein Traum war es schon immer, einmal die faszinierenden Himmelslichter zu sehen? Berit nimmt dich mit in den hohen Norden, zeigt dir die besten Orte für dieses unvergessliche Naturschauspiel und beantwortet dir die Frage: „Wo kann man Polarlichter sehen?“. Inklusive Geheimtipps!

„PLING“ – mein Handy schlägt Alarm. Es ist der 19. Januar 2026, kurz nach 20 Uhr. Ich schaue auf das Display: die Polarlicht-App „Aurora“ rastet aus (ich übrigens auch). Sie sagt, dass die Chancen auf Polarlichter heute mehr als gut sind! Und nein, ich befinde mich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe des Nordpols, sondern in good old Hannover. Das hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich für dieses Naturschauspiel gar nicht unbedingt in skandinavische Gefilde reisen muss, sondern die tanzenden Himmelslichter quasi direkt aus meinem Schlafzimmerfenster beobachten kann.

Ein Hoch auf Dachgeschosswohnungen mit freier Sicht nach Norden!😊

Ich schaue raus und dann passiert es: Ein zarter, grün-violetter Schleier erscheint am Himmel, nur über das Handy-Display wahrnehmbar. Dann werden die Farben immer intensiver, der Himmel explodiert und ich kann die Lichter sogar mit bloßem Auge sehen.

Violette-grüne Polarlichter über Hannover-Bothfeld, Deutschland

Polarlichter über Hannover… | @Berit Fischer

Pink-grüne Polarlichter über Hannover-Bothfeld, Deutschland

…in den schönsten Farben… | @Berit Fischer

rosa-grüne Polarlichter über Hannover-Bothfeld, Deutschland

…ein fast unwirklicher Moment! | @Berit Fischer

Polarlichter über Hannover… | @Berit Fischer

…in den schönsten Farben… | @Berit Fischer

…ein fast unwirklicher Moment! | @Berit Fischer

Es ist eher selten, dass du auch in Deutschland Polarlichter beobachten kannst. Allerdings hatten wir in den letzten Jahren das Glück, dass es starke Sonnenstürme gab und daher der sogenannte KP-Index (dazu später mehr) so hoch war, dass die Aurora borealis auch bei uns zu bewundern war. In den Polregionen sind die Nordlichter aber um ein Vielfaches stärker. Sie leuchten im schönsten Grün, Pink, Rosa, Rot oder Lila, manchmal auch in Violett, Blau oder Gelb.

Wenn du dich also schon immer gefragt hast: „Wo kann man Polarlichter sehen?“ – ich zeige ich dir die besten Orte für Polarlichtbeobachtungen, erkläre dir, wie die magischen Lichter überhaupt entstehen, welche Werte stimmen müssen, und gebe dir weitere nützliche Tipps. Also pack dich warm ein – los gehts!

Warum der Himmel überhaupt leuchtet

Bevor wir zu den besten Orten kommen, werfen wir mal einen kurzen Blick hinter die Kulissen dieses Naturwunders. Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen aus der Sonne – meist infolge von Sonnenstürmen – auf das Magnetfeld der Erde treffen. Diese Teilchen werden entlang der Magnetfeldlinien zu den Polen gelenkt und kollidieren dort mit Gasen in der Erdatmosphäre.

Das Ergebnis ist ein gigantisches, kosmisches Lichtspektakel. Sauerstoff sorgt meist für das typische Grün oder Rot, Stickstoff für Blau- und Violetttöne. Je stärker der Sonnensturm und je dunkler und klarer der Himmel, desto intensiver ist das Erlebnis.

Die besten Orte für Polarlichter

1. Norwegen: Tromsø & Lofoten

Norwegen ist der absolute Klassiker unter den Polarlicht-Destinationen – und das aus gutem Grund. Tromsø, oft auch als „Tor zur Arktis“ bezeichnet, liegt mitten im Polarlicht-Oval. Von September bis April hast du hier die besten Chancen, vor allem in den dunklen Wintermonaten Dezember bis Februar.

Blick auf erleuchtete rote Häuschen an einem Fjord in Norwegen am Abend, am Himmel grüne Nordlichter

Norwegen & die Lofoten sind ein absoluter Nordlicht-Hotspot | Adobe Stock | Piotr Krzeslak

Da die Straßenbeleuchtung in der Stadt die Sicht stören kann, solltest du für ein intensives Erlebnis Orte außerhalb des Zentrums aufsuchen. Erfahrene Guides bringen dich auf geführten Touren zu ihren Geheimspots. Falls du doch lieber in Tromsø bleiben möchtest, sind die Straße Parkgata beim Stadtpark Kongsbakken oder der See Prestvannet gute Locations, um Nordlichter beobachten zu können.  

Noch spektakulärer wird es auf den Lofoten. Hier treffen dramatische Bergspitzen auf das Meer, und es entstehen unvergessliche Momente, wenn die Polarlichter vor dieser traumhaften Kulisse tanzen.

2. Island: Feuer, Eis & Himmelslichter

Island ist die perfekte Destination, wenn du Polarlichter mit anderen Naturwundern kombinieren möchtest. Die beste Zeit dafür ist zwischen September und April. In den Wintermonaten gibt es hier nur etwa vier bis fünf Stunden Tageslicht, genug Zeit also für ausgedehnte Polarlicht-Nächte.

Grüne Polarlichter über der Gletscherlagune Jökulsárlón auf Island

Überwältigend: Polarlichter über der Gletscherlagune Jökulsárlón | Adobe Stock | Adi

Ich finde ja, die Insel fühlt sich an wie ein anderer Planet. Vulkane, Gletscher, schwarze Strände – und dann diese Lichter am Himmel! Stell dir vor, du stehst an der Gletscherlagune Jökulsárlón, riesige Eisberge treiben im Wasser und über dir leuchtet der Himmel grün: zum Verrücktwerden schön!

Der Thingvellir Nationalpark, UNESCO-Weltkulturerbe und Teil des berühmten Golden Circle, ist ein weiterer Hotspot für Nordlichtbeobachtungen. Von Reykjavik aus ist der Park gut mit dem Auto zu erreichen. Im Nationalpark gibt es so gut wie keine Lichtverschmutzung und du hast von den zahlreichen Aussichtspunkten aus eine unvergessliche Sicht auf die Polarlichter.

3. Finnisch-Lappland: Stille, Schnee & endlose Nächte

Wenn du Polarlichter lieber leise erleben möchtest, dann ist Finnland dein place to be! Besonders Lappland, Finnlands nördlichste Region, punktet mit extrem dunklen Nächten und klaren Horizonten. Übrigens kannst du hier an bis zu 200 Nächten im Jahr Polarlichter sehen.

Ein Pärchen in einem Glasiglu in Lappland, das die grünen Polarlichter vom Bett aus bewundert

Aurora-Watching mal bequem: in einem Glasiglu kannst du die Nordlichter vom Bett aus bewundern | Adobe Stock | helivideo

Rund um die Stadt Rovaniemi, der offiziellen Heimat des Weihnachtsmannes, findest du zahlreiche Resorts, die Übernachtungen in spektakulären Glasiglus anbieten, wie zum Beispiel das Santas Igloos Artic Circle. Und dann passiert pure Magie: du liegst bequem in deinem Bett, schaust durch das Glasdach direkt in den Sternenhimmel, und plötzlich beginnt die Aurora borealis zu leuchten. Kein Frieren, kein stundenlanges Warten in der Kälte, sondern einfach nur pures, kuscheliges Polarlichtglück.

Die Finnen sagen, dass du die Nordlichter hören kannst – ein leises Knistern soll dann in der Luft liegen. Ob das stimmt? Finde es heraus und mach dich auf die Reise in dieses mystische Land!

4. Schweden: Polarlichter mit Postkarten-Feeling

Wenn dich das Polarlicht-Fieber so richtig gepackt hat, dann führt kein Weg am Abisko Nationalpark in Schweden vorbei. Denn dieser Ort hat eine meteorologische Besonderheit, nämlich das sogenannte „blaue Loch von Abisko“. Auch, wenn rundherum dicke, graue Wolken hängen: aufgrund eines speziellen Mikroklimas bleibt es in Abisko über dem 70 Kilometer langen Torneträsk-See immer wolkenfrei.

Blick auf eine grün-violette Aurora borealis über dem Torneträsk-See in Schweden

Polarlicht-Zauber über dem Torneträsk-See in Schweden | Adobe Stock | Felipe Menzella

Die Erfolgsgarantie mit rund 80 bis 90 Prozent auf Polarlichter, vor allem in den Wintermonaten, ist hier einfach unschlagbar. Also rein in den Sessellift und rauf zur „Aurora Sky Station“ auf dem Berg Nuolja. Von dort aus hast du einen unvergesslichen Panorama-Postkartenblick über die verschneite Landschaft und erlebst Polarlichter in ihrer absolut reinsten Form.

5. Kanada: Wild, weit, überwältigend

Kanada bietet nicht nur Polarlichter, sondern auch echtes Wildlife-Abenteuer. Whitehorse im Yukon und Yellowknife in den Northwest Territories gelten als Top-Destinationen. Yellowknife liegt direkt unter dem Polarlicht-Oval und hat bis zu 240 klare Nächte pro Jahr – bessere Chancen findest du kaum.

Blick auf verschneite Tannen, Berge und bunte Polarlichter in Yukon, Kanada

Naturschauspiel im Großformat: Polarlichter über Yukon in Kanada | Adobe Stock | Scalia Media

Besonders spannend ist: Die indigenen Völker Kanadas haben ihre eigenen Legenden über die Nordlichter. Manche glauben, es seien die Geister der Ahnen, die am Himmel tanzen. Eine schöne Vorstellung, oder? Diese kulturelle Dimension macht deine Reise zu den Polarlichtern noch tiefgründiger.

6. Alaska: Aurora-Abenteuer zwischen Eis & Sternen

Alaska ist der Jackpot für Polarlichtjäger. Die Stadt Fairbanks liegt direkt unter dem Polarlicht-Oval und liefert zwischen September und April zuverlässig spektakuläre Himmelsshows. Die klaren, trockenen Winternächte sind perfekt für dein Aurora-Watching.

Eine Frau steht auf einem schneebedeckten Hügel und schaut auf Polarlichter , Fairbanks, Alaska

Polarlichter über Fairbanks in Alaska | Adobe Stock | Victoria Nefedova

Absoluter Geheimtipp: unternimm einen Ausflug zu den Chena Hot Springs, etwa 100 Kilometer außerhalb von Fairbanks. Hier warten dampfende Naturpools unter freiem Himmel auf dich. Während du im warmen Wasser chillst, tanzen über dir grüne und violette Lichtschleier in eisiger Polarluft. Könnte es was Besseres geben? Alaska ist der perfekte Hotspot, wenn du Naturschauspiele in XXL-Format liebst!

7. Schottland: Polarlichter in Europa

Tatsächlich musst du gar nicht unbedingt nach Skandinavien oder Alaska reisen, wenn du Polarlichter sehen möchtest. Schottland hat da nämlich ein richtiges Ass im Ärmel! Dank seiner nördlichen Lage, der vielen dünn besiedelten Regionen und der geringen Lichtverschmutzung stehen deine Chancen hier richtig gut. Zwischen Oktober und März sind die Nächte schön lang und dunkel: also die perfekte Bühne für die „Mirrie Dancers“, wie die Schotten ihre Nordlichter liebevoll nennen.

Blick auf einen Steinkreis bei Nacht in Schottland, darüber violett-grüne Polarlichter

Ein mystisches Naturschauspiel: Polarlichter über Schottland | Adobe Stock | spanishjohnny72

Aber welche sind denn nun die Hotspots für Polarlichtbeobachtungen in Schottland? Ganz klar: Shetland, Orkney, die Äußeren Hebriden oder die rauen Highlands rund um Caithness und die Isle of Skye.

Mein absoluter Geheimtipp: Schottland hat offizielle „Dark Sky Parks“ wie zum Beispiel den Galloway Forest Park oder den Cairngorms – Tomintoul & Glenlivet Dark Sky Park. Diese Parks sind vor Lichtverschmutzung geschützt, hier hast du also beste Sicht nach oben.

Geheimtipps für das perfekte Polarlicht-Abenteuer

  • Apps: Bezüglich der Frage „Wo kann man Polarlichter sehen?“ gibt es viele hilfreiche Tools, die dir das beantworten können. Um zu wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, Polarlichter an deinem Standort sehen zu können, gibt es Apps, die dir genau sagen, wie deine Chancen stehen. Ich nutze zum Beispiel die App „Aurora Polarlicht Vorhersage“. Die App ist sehr verständlich aufgebaut und zeigt dir von KP-Index über Polarlichtkarte, Vorhersagen und Wolkenabdeckung wirklich alles, was du wissen musst. Bei Chancen auf Polarlichter bekommst du auch eine Meldung auf dein Handy, damit du nichts verpasst.
  • KPIndex: Die planetarische Kennziffer ist ein internationaler Standard, der weltweit zur Vorhersage von Polarlichtern genutzt wird. Der KP-Index zeigt dir die Stärke geomagnetischer Stürme an, die durch Sonnenwindaktivität hervorgerufen werden. Die Skala reicht von 0 bis 9. Bei KP 0 bis 2 siehst du Nordlichter meist nur in Polnähe, ab circa KP 7 werden sie auch in Mitteleuropa sichtbar. Der Index wird alle drei Stunden aktualisiert. Aber nicht nur der KP-Index ist ausschlaggebend für eine Sichtung: der Himmel muss zusätzlich auch wolkenfrei sein.
  • Ausrüstung/Kleidung: Unterschätze die Kälte nicht. Das Zwiebelprinzip ist hier wirklich dein bester Freund! Thermounterwäsche, Fleece, eine wind- und wasserdichte Außenschicht, Handschuhe – und schon kann`s losgehen. Pack dir zusätzlich auch noch eine Thermoskanne mit heißem Tee ein und eine Taschenlampe ein.
  • Handy/Kamera: Meine Polarlichtbilder sind zum Beispiel mit einem IPhone 16 Pro entstanden. Hier habe ich einfach den automatischen Nachtmodus benutzt und hatte damit sehr gute Ergebnisse. Aber natürlich geht das Ganze auch professioneller. Ein stabiles Stativ, eine Kamera mit manuellen Einstellungen und etwas Übung sind die besten Tools, um spektakuläre Fotos von der Aurora schießen zu können. Langzeitbelichtung ist das Stichwort – probiere am besten verschiedene Belichtungszeiten zwischen 5 und 30 Sekunden aus.
  • Lichtverschmutzung: Gehe am besten immer raus aus der Stadt. Je dunkler die Umgebung, desto besser. Selbst Straßenlaternen können das Erlebnis beeinträchtigen.
  • Geführte Touren: Lokale Guides kennen die besten Spots für Polarlichtbeobachtungen, haben Erfahrung mit den Wettervorhersagen und bringen dich sicher durch die Wildnis. Gerade, wenn du das erste Mal auf Polarlicht-Expedition gehst, ist das eine gute Wahl.

Noch mehr Inspiration für die besten Polarlicht-Orte:

Ich hoffe, ich konnte deine Frage „Wo kann man Polarlichter sehen?“ beantworten.

Die Aurora zu erleben ist mehr als nur ein Punkt auf der Bucket-Liste. Es ist ein Erlebnis, das dich demütig macht und dich staunen lässt wie ein Kind.

Es ist die Erinnerung daran, wie klein wir Menschen sind und wie groß das Universum ist.

Und irgendwann stehst du da draußen, schaust nach oben und denkst: genau dafür hat sich alles gelohnt! Der Himmel tanzt, und du bist mittendrin.

Karte: Wo kann man Polarlichter sehen?

Häufige Fragen zu: Wo kann man Polarlichter sehen?

Was sind die besten Orte für Polarlichter?

Polarlichter siehst du am besten in Regionen nahe den Polarkreisen. Top-Destinationen sind Nordnorwegen (Tromsø, Lofoten), Island, Finnisch-Lappland, Schweden und Alaska. Auch Kanadas Yukon und die Northwest Territories bieten hervorragende Chancen. Selbst in Schottland kannst du bei starker Sonnenaktivität Nordlichter erleben. Wichtig: Du brauchst klaren Himmel, wenig Lichtverschmutzung und etwas Geduld. Je weiter nördlich du reist, desto höher sind deine Erfolgschancen.

Wann ist die beste Zeit für Polarlichter?

Timing ist alles bei der Polarlicht-Jagd. Die besten Monate auf der Nordhalbkugel sind September bis April. In diesen Monaten sind die Nächte dunkel und lang, also beste Voraussetzungen für Nordlichtsichtungen. Neben der Jahreszeit spielt die Sonnenaktivität eine entscheidende Rolle. Je aktiver die Sonne und je klarer der Himmel, umso höher die Chance auf spektakuläre Polarlichter. Allerdings solltest du viel Geduld mitbringen. Manchmal wartest du Stunden, manchmal mehrere Nächte. Die Natur lässt sich nicht planen – und genau das macht das Erlebnis so besonders.

Kann man Polarlichter auch in Deutschland sehen?

Ja, aber sehr selten! Polarlichter sind in Deutschland nur bei außergewöhnlich starken geomagnetischen Stürmen sichtbar, etwa alle paar Jahre. Dann leuchtet der Himmel meist rötlich statt grün, da die Aurora in größerer Höhe erscheint. Deine besten Chancen hast du in Norddeutschland, fernab von Städten mit wenig Lichtverschmutzung. Beobachte die Weltraumwetter-Vorhersagen und den KP-Index – ab Wert 7 wird’s spannend. Für zuverlässige Sichtungen solltest du jedoch nach Skandinavien, Island oder Schottland reisen. Dort erlebst du Polarlichter garantiert intensiver und häufiger.

Angebote zur Reiseplanung: Skandinavien

Wir freuen uns über Kommentare!
Kommentar verfassen: