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Kultur

Brighton – Hauptstadt des Vintage

01.11.2013

Nur Fish und Chips, und Spielhöllen auf dem berühmten See-Pier? Aber nein, Brighton ist das Trödelparadies schlechthin, entdeckte Autorin Andrea Tapper

Kein Zufall, dass Pop-Megastar Adele hier ihren Babynachwuchs inkognito durch die Gassen schiebt. Dass sich David Gilmour (Pink Floyd), Fat Boy Slim und Heather Mills (die Ex von Paul McCartney) in dem historischen Seebad, anderthalb Stunden von London entfernt, zuhause fühlen. Ich streife durch die Einkaufsgegend North Laine mit Mods-Boutiquen und Madness-T-Shirts – und verliebe mich sofort. Das schnuckelig-schräge Brighton (150 000 Einwohner, 8 Millionen Touristen jährlich), vor allem berühmt durch seinen 524 Meter langen viktorianischen Pier, ist ein Fluchtpunkt für alle, denen London früher zu steif war – und heute zu groß. „London ist die Ehefrau, Brighton die Geliebte, so war es schon immer“, sagt Ruth Allsop, PR-Managerin und Event-Veranstalterin.

Herrlich altmodisch: Am Strand von Brighton steht, wie der Pier, seit 1899 ein Kinderkarussell – Foto: Aileen Tiedemann

Herrlich altmodisch: Am Strand von Brighton steht, wie der Pier, seit 1899 ein Kinderkarussell – Foto: Aileen Tiedemann

Wo die Sushi-Aktivisten zuhause sind

Ich treffe Nicholas Röhl, in Köln geboren, Fischspezialist mit angesagtem Trend-Restaurant „Moshimo“. Mit Schauspielerin Greta Scaachi hat der Enddreißiger eine Riesenkampagne für die Rettung der Fische in der Welt losgestoßen. Der Gag: Promis, unter anderem Jerry Hall, lassen sich für „Fishlove“ (www.fishlove.co.uk ) ähnlich wie bei der PETA-Anti-Pelz-Kampagne, nackt mit allerlei Meerestieren fotografieren. „Die Idee dahinter ist folgende“, erklärt mir Nicki, „wir lieben Fisch, aber wir wollen, dass er artgerecht gefangen wird.“ In der Nordsee etwa habe sich in zwölf Jahren der Fischbestand halbiert. Die Sushi-Aktivisten haben immer mehr Zulauf.

Nicholas Röhl, blond-gelockter Mann steht vor einem Plakat auf dem in roter Schrift "Fish Love" steht

Sushi-Aktivist: Nicholas Röhl startete die Initiative gegen Überfischung und führt in Brighton ein trendiges Fischlokal – Foto: Tapper

Ebenfalls um Natur geht es der schönen Künstlerin Persephone Pearl, 40, in der „Onca“-Galerie in Brighton (www.onca.org.uk): Sie präsentiert mir schräge Öko-Kunst mit Grafiken wie „Flugmuster der Fledermaus“ und die bekannten „Walking Boots“ des britischen Künstlers Nick Hunt, der darin in acht Monaten zu Fuß von Holland nach Istanbul marschierte, um Notizen über den Zustand der Natur zu verfassen. Was ist bei dieser Kunst der Unterschied zur Landschaftsmalerei früherer Zeiten? „Die heutigen Naturkünstler wissen um die Bedrohung der Natur, das gab’s früher nicht“, sagt Persephone.

Persophone Pearl steht vor einer ihrer Installationen, einer Schuhskulptur

Naturkunst in der Galerie „Onca“: Persephone Pearl mit der Installation „Walking Boots“, in denen ein Künstler von Holland nach Istanbul marschierte – Foto: Tapper

Trödelmania und Secondhand-Queens

Und vor allem ist Brighton die Hauptstadt des Vintage, das Trödelparadies schlechthin. Vivi fällt mir auf einem Straßenmarkt im Vintage-Paradies North Laine auf. Mit schwarzen Strapsen und im Schulmädchen-Look ist sie ihr eigenes Kunstwerk. „Hunderte kleiner Indie- Läden sind ein Traum zum Einkaufen“, schwärmt die 20jährige. Die Auswahl an Original-Klamotten aus den 20ern bis 70ern ist hier noch riesig, richtige Schmuckstücke sind dabei, zu Spottpreisen.

Blonde Frau im Vintage-Look steht telefonierend vor einem Shop mit Dekomaterial und Pflanzen

Hello, Brighton girl! Vintage Chic ist angesagt in dem englischen Seebad am Ärmelkanal – Foto: Tapper

Coole Winter-Events

Und Brighton ist nicht nur im Sommer schön: Alljährlich am 3. November tuckern hunderte von Oldtimer-Fans in die Stadt; im Winter glitzert vor dem Royal Pavilion eine Eisbahn. Künstler öffnen ihre Ateliers im Dezember (Artists Open Houses). Die Nachtszene feiert im „Ballroom“ Kostümpartys („Vampire meets Shades of Grey“), Ska live gibt’s im „Blind Tiger Club“. Auslüften kann man am nächsten Tag am Strand – that’s Brighton!

Das Riesenrad am Ende der Straße

Keine Ufo-Landung, sondern das nächtliche Brighton-Riesenrad, vom Szeneviertel Kemp Town aus gesehen – Foto: Aileen Tiedemann

Infos: www.visitbrighton.com

Hotel H10 London WaterlooTUI Reisetipp Brighton und London:

Die englische Hauptstadt und das skurrile Seebad lassen sich auch gut auf einem Trip verbinden, per Zug liegen sie nur anderthalb Stunden auseinander. Alle, die Shopping und den Besuch einer Weltmetropole verbinden wollen, planen auch ein paar Tage in London ein. Shops der trendigen Modelabel finden sich hier genauso wie Läden unbekannter Newcomer. Das Vier-Sterne-Hotel H10 London Waterloo liegt beispielsweise im Künstlerviertel in der Waterloo Road. Viele Maler und Künstler zeigen ihre Werke in den umliegenden Galerien. Mehr Infos hier


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